Platz 3 für Colored Glasses beim Einheitspreis 2020

Hurra: Colored Glasses hat einen dritten Platz beim Einheitspreis 2020 erzielt!

Mit diesem Preis hat die Bundeszentrale für politische Bildung in diesem Jahr Projekte prämiert, die „in besonderem Maße dazu beitragen, gesellschaftliche Hürden zu überwinden und ein solidarisches Miteinander zu organisieren.“

Anikó Szemes, die sich für Colored Glasses als ehrenamtliche Koordinatorin in Niedersachsen und Bremen engagiert und die auf die Preisausschreibung aufmerksam geworden ist, berichtet:

„Als ich die Kurzbeschreibung gelesen habe, dachte ich mir, dass es für Colored Glasses einen Versuch wert sei, sich für den Einheitspreis zu bewerben. Das hat sich nun bewahrheitet und als voller Erfolg herausgestellt! Auf Grund der herausfordernden Situation, in der sich der Verein durch die Corona-Pandemie befindet, ist jedes Preisgeld dringend notwendig, um die großartige Arbeit von Colored Glasses weiter voranbringen zu können.

Dank der Unterstützung unserer hauptamtlichen Mitarbeiterin Sara Klingebiel konnte ich die nötigen Unterlagen für die Bewerbung schnell zusammentragen. Im Anschluss wurde im Verein und in privaten Kreisen die Werbetrommel gerührt – und tatsächlich: es wurden genug Stimmen zusammengetragen, um die Vorauswahl zu bestehen. Die endgültige Entscheidung wurde dann von einer siebenköpfigen Jury getroffen: Colored Glasses konnte einen dritten Platz erzielen und erhält damit ein Preisgeld von 1.000 €.“

Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen Personen, die Colored Glasses mit ihrer Stimme unterstützt und so diesen Erfolg ermöglicht haben!

Helfende Hände vor einem bunten Hintergrund

Jens G. ist Mitte 30 und von Beruf Ingenieur. Aufgewachsen ist er in der Nähe von Chemnitz, er kennt Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit aus dem Alltag und hat miterlebt, wie rechte Parteien ihre Parolen verbreiten. Seit mittlerweile drei Jahren spendet Jens G. jährlich 150 Euro an Colored Glasses. Damit finanziert er jeweils einen der Toleranzworkshops, die kostenlos angeboten werden. In diesen werden Jugendlichen Werte wie Akzeptanz und Toleranz vermittelt, die für Jens G. zu den Grundwerten einer Gesellschaft gehören. Doch nicht nur die Vermittlung dieser Werte, sondern auch der lokale Charakter der Bildungsinitiative haben Jens G. überzeugt. Im Interview erzählt er über seine Beweggründe, an Colored Glasses zu spenden.

Lena Bolz: Die Toleranzworkshops von Colored Glasses werden von ehrenamtlichen Mitarbeitenden geleitet. Dabei wird sowohl für das Material der Workshops, als auch für die Durchführung von Schulungen und Fortbildungen Geld benötigt. So kostet das Material pro Workshop 50 Euro und das Angebot von Weiterbildungen für ehrenamtliche Mitarbeitende 250 Euro. Private Spenden können hier viel bewegen. Was war für Sie der Auslöser, an Colored Glasses zu spenden?

Jens G.: Mein Treffen mit Sara [hauptamtliche Mitarbeiterin bei YFU und ehrenamtliche Trainerin bei Colored Glasses – Anmerkung der Verfasserin], die ich aus meinem privaten Umfeld kenne, und ihre Erzählungen über die Erlebnisse bei der Organisation. Die Erzählungen empfand ich als sehr interessant und beeindruckend. Das hat mich einfach direkt überzeugt, Colored Glasses zu unterstützen.

LB: Von welchen Erlebnissen hat sie Ihnen berichtet?

Jens G.: Eher von allgemeinen Aktivitäten. Sie hat mir erklärt, wie die Workshops gestaltet werden und wie in den Schulen auf Jugendliche zugegangen wird. Gerade dies empfinde ich als richtigen Ansatz. Sie hat mir aber auch von den Trainings berichtet, die nötig sind, um die vielen Freiwilligen auszubilden. Dabei finde ich besonders beachtenswert, wie deutschlandweit zusammengearbeitet wird und wie viele junge Menschen sich dafür einsetzen, etwas zu bewegen.

Ein kleiner Beitrag mit großer Wirkung

LB: Haben Sie beim Spenden an Colored Glasses das Gefühl, etwas zu bewegen?

Jens G.: Ja, auf jeden Fall. So wie ich Colored Glasses kenne und verfolge, weiß ich, dass das Geld wirklich dort ankommt und verwendet wird, wo es gebraucht wird. Es ist an sich nur ein kleiner Beitrag, einen solchen Workshop zu finanzieren, aber man kann damit viele junge Menschen erreichen.

LB: Es gibt eine Vielzahl von ehrenamtlichen Organisationen, nicht nur in Deutschland, sondern auch weltweit. Darunter befinden sich auch sehr große und bekannte. Wodurch hebt sich YFU mit seinem Bildungsprogramm Colored Glasses für Sie von diesen ganzen anderen Organisationen ab?

Jens G.: Dass Colored Glasses keine riesige Initiative ist, war ein Argument für mich. YFU bewegt mit seinem Bildungskonzept lokal etwas in Deutschland und konzentriert sich dabei auf die Werte Akzeptanz und Toleranz. Hingegen sind die meisten großen und bekannten Organisationen häufig so unübersichtlich, dass man gar nicht genau weiß, was mit seinem Geld passiert. Bei denen wird das Geld weltweit eingesetzt und als Spender kann ich nicht genau verfolgen, was mit meiner Spende passiert. Solche großen, weltweit agierenden Vereinigungen sind natürlich wichtig, aber ich wollte eher ein Konzept mit lokalem Charakter wie Colored Glasses unterstützen.

Colored Glasses sät Samen der Toleranz in den Köpfen der Menschen:
Ihre Spende hilft!

LB: Colored Glasses setzt sich besonders für die Werte Toleranz und Akzeptanz ein. Warum sind Ihnen diese Werte so wichtig?

Jens G.: Ich finde das sind Werte, die zu den Grundwerten einer Gesellschaft und eines jeden Menschen gehören sollten. Leider scheinen diese Werte in der heutigen Welt häufig nicht mehr vertreten zu sein. Ich hoffe, dass über die Workshops, die Colored Glasses anbietet, diese Werte gerade wieder an junge Menschen herangetragen werden können.

Die junge Generation braucht die Arbeit von Colored Glasses

LB: Warum sollten andere Menschen Colored Glasses unterstützen?

Jens G.: Ich denke, dass alle Menschen in Deutschland ein friedliches und angenehmes Leben führen wollen. Das schließt mit ein, dass man auch friedlich und angenehm mit seinen Mitmenschen umgeht. Die Grundlage dafür sind Akzeptanz und Toleranz im Umgang miteinander, weswegen gerade diese Werte gestärkt und geschützt werden müssen. Gerade die junge Generation, die sich in der Entwicklung ihrer Werte und Normen befindet, braucht diesen positiven Einfluss und die Arbeit von Colored Glasses als Gegengewicht zu den negativen Einflüssen, denen sie ausgesetzt ist.

LB: Warum empfinden Sie die Werte Akzeptanz und Toleranz als unterbesetzt in unserer derzeitigen Gesellschaft und was würden Sie sich stattdessen wünschen?

Jens G.: Eine Gesellschaft ist im ständigen Wandel. Derzeit wird jedoch verstärkt jede Veränderung von einer Gruppe der Bevölkerung sofort als schlecht dargestellt, teilweise wird den Träger*innen dieser Veränderungen sogar mit Gewalt begegnet. Ich wünsche mir mehr Akzeptanz und Offenheit gegenüber Veränderungen und mehr Toleranz im Allgemeinen gegenüber anderen Ansichten, Denkweisen, Kulturen usw.

LB: Colored Glasses feiert in diesem Jahr sein 20-jähriges Jubiläum. Welche Bedeutung hat dieser runde Geburtstag für Sie als Spender?

Jens G.: Man könnte natürlich sagen, dass es schade ist, dass es Colored Glasses immer noch geben muss und Werte wie Akzeptanz und Toleranz nicht selbstverständlich sind. In erster Linie freut es mich aber, dass es diese Bildungsinitiative von YFU schon so lange gibt, dass sie weiterwächst und ihre großartige Arbeit weiterhin fortsetzt.

Sie möchten auch für Colored Glasses spenden?

Spendenkonto:             

Deutsches YFU Komitee e.V.
Commerzbank Hamburg
BIC: DRESDEFF200
IBAN: DE 67 2008 0000 0908 0302 01
Referenz: Colored Glasses

Mehr Informationen zum Spenden für Colored Glasses finden Sie hier.

Colored Glasses ist wegen der Förderung internationaler Gesinnung, der Toleranz auf allen Gebieten der Kultur und des Völkerverständigungsgedankens durch Bescheinigung des Finanzamtes Hamburg-Nord, StNr. 17/411/01218, vom 23.04.2014 als steuerbegünstigten gemeinnützigen Zwecken im Sinne §§ 51 ff. AO. dienend anerkannt. Bei Beiträgen bis 200 Euro erkennen die Finanzämter den Kontoauszug oder Einzahlungsbelegt als Nachweis an. Wenn Sie eine Zuwendungsbescheinigung benötigen, vergessen Sie bitte nicht, Ihren vollständigen Namen und Ihre Anschrift einzutragen.

Autorin: Lena BolzBilder: Gerd Altmann und Nattanan Kanchanprat, Edit: Colored Glasses  

Ein herzliches Dankeschön an die Autorin Lena Bolz, die sich im Rahmen eines Semesterprojektes für diesen Beitrag mit Colored Glasses entschieden hat. Besonderen Dank an Jens G., der sich für das Interview zur Verfügung gestellt hat. 

Für Anfragen zur Weiterverbreitung melden Sie sich gerne bei coloredglasses@yfu.de 

Bei eigenem Interesse zur Erstellung von Beiträgen für Colored Glasses im Rahmen von Studienarbeiten oder zur Erweiterung Ihrer Publikationshistorie kontaktieren Sie gerne coloredglasses@yfu.de

Eine Gruppe von jungen Menschen bei einem Colored Glasses Workshop in Chemnitz

Hurra! Wir werden auch in 2020 wieder durch Demokratie Leben gefördert, dieses Mal jedoch vom Lokalen Aktionsplan (LAP) der Stadt Chemnitz. Die Förderung beträgt 9000€ und hat das Ziel die Digitalisierung von Colored Glasses voranzutreiben. 

„Sie haben einen Antrag auf Gewährung einer Zuwendung aus Mitteln des LAP / des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ für das Projekt „Toleranz-Botschafter*innen“ gestellt.

In der Beratung mit dem Begleitausschuss haben Sie ein positives Votum erhalten. Dementsprechend freue ich mich Ihnen mitteilen zu können, dass eine Förderung für Ihr Projekt bewilligt wird.“

Antwortschreiben an Colored Glasses zu Demokratie leben von LAP Chemnitz

Ziel des Projekts ist es drei neue Online-Module für Colored Glasses zu entwickeln und erste Testworkshops an Schulen durchzuführen. Weiterhin hoffen wir im späten Herbst noch eine Teamer*innen Schulung veranstalten zu können. 

Auf Instagram/ Facebook und auf unserem Blog halten wir euch auf dem Laufenden was das Projekt angeht.

2019 wurde unser Projekt „Building Bridges“ durch „Demokratie Leben“ in Eichsfeld gefördert. Mehr dazu kannst du in diesem Blogbeitrag lesen.

Die Brillenparabel beschreibt eines der pädagogischen Modelle, das COLORED GLASSES (kurz: CG), ein Bildungsprogramm des gemeinnützigen Vereins „YFU – Youth For Understanding“, in seinen Workshops zur Stärkung von Toleranz anwendet. Sophie Eckhardt, Studentin an der Universität Göttingen und ehrenamtliche Koordinatorin von CG, erläutert das Modell, dessen Aussage und Name für das Programm zentral sind. Sie selbst leitet nur noch vereinzelt Workshops. Als Koordinatorin ist sie für die Absprachen zwischen Interessierten und passenden Teamer*innen in Niedersachsen und Bremen zuständig. 

Angenommen Rot und Blau stellen zwei prägende Ereignisse im Leben einer Teilnehmer*in dar und er*sie malt diese in die eigene Brille, „so vermischen sich die Farbflecke in irgendeiner Weise und es entsteht Lila!“, erklärt Sophie Eckhardt. Mit positiver Energie berichtet sie, was für unterschiedliche Gruppen unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Herkunft an den Workshops teilnehmen. Nachdem sie selbst als Teamerin verschiedene Workshops geleitet hat, ist sie nun auf Landesebene für den Verein tätig. Gruppen vermitteln, Workshops organisieren und an Teambesprechungen teilnehmen sind neben ihrem sozial ausgerichteten Studium ihre Aufgaben. Und das mit vollem Erfolg – für 2020 sind bereits mehrere Workshops angefragt und geplant. 

Aber wie läuft ein Workshop zur sozialen Stärkung von Gruppen ab?  

Eine Geschichte, das Modell der Farbbrillenparabel, die Gedankenwelt der Workshopteilnehmer*innen und ihrer Teamer*innen: Damit soll die Vereinfachung von den abstrakten Begriffen der Kultur und der Identität erreicht werden. Sowohl theoretische Ausführungen, als auch das Erstellen tatsächlicher Brillen helfen dabei. Im Verlaufe eines Workshops bei CG können diese gemalt, ausgemalt, gebastelt oder auch mit schauspielerischen Darstellungen der Teilnehmer*innen veranschaulicht werden. Die Farben und ihre Bedeutung sind dabei nicht vorgegeben, sondern können für jede*n etwas ganz Eigenes symbolisieren. So ist es für Frau Eckhardt wichtig, die Gedanken, die hinter jeder Farbmischung stehen, ausführlich zu besprechen. Statt sich über die Brillenfarbe des Gegenübers zu beschweren, nehmen beide Brillen neue Farben und Farbverläufe an. Bei einer Begegnung geht es nämlich um Perspektiven und die Heterogenität von Kulturen. Egal wie unterschiedlich die Mitglieder einer Gruppe auch sind, so können sie ihre Unterschiede und Ähnlichkeiten der Gefühls- und Gedankenwelt sichtbar machen. Es zeigt sich, dass Elternhaus und Freundschaften, Erlebnisse und Beziehungen, gute und schlechte Erfahrungen eine individuelle Sicht auf die Dinge kreieren. Auf Grund der Erkenntnis der Brillenparabel ist auch der Name des Programms entstanden: „Colored Glasses“, auf Deutsch: „Gefärbte Brillen“.  

In Vorbereitung mit Frau Eckhardt: das passende Thema finden  

Damit sich die Teilnehmer*innen mit dem Ablauf des Workshops identifizieren können, wird auf ihre Bedürfnisse eingegangen. In Vorgesprächen können Gruppenleiter*innen und Lehrkräfte äußern, was sie und ihre Gruppe aktuell bewegt. So lassen sich thematische Schwerpunkte setzen, denn die Workshops sind nach dem Baukastenprinzip aus den Erfahrungen und dem inhaltlichen Repertoire von CG zusammensetzt. „Das Kultur- und Identitätsverständnis von CG ist an die Wissenschaft angepasst und findet sich unter anderem in der Anwendung des Modells wieder“, beschreibt Frau Eckhardt. Neben den pädagogischen Grundlagen eines Workshops sollen aber auch das Einfühlungsvermögen der Teamer*innen und der situative Umgang mit Problemen die Gruppen für ihre Mitmenschen sensibilisieren.  

„Kein Workshop gleicht dem anderen“, betont Frau Eckhardt.  

Warum braucht es für Toleranz nun ein Modell wie die Brillenparabel? 

Die Schwierigkeit, kritische Themen für junge Menschen zugänglich zu machen, soll mit der einfachen Anwendung von kulturellen Modellen verständlich und anschaulich gemacht werden. In welchem Ausmaß die Brillenparabel zum Einsatz kommt, hängt von den Themenschwerpunkten der Workshops ab. Frau Eckhardt erklärt: „Häufig wird von Kulturen in Abhängigkeit von Nationen gedacht, das kann zu Streitigkeit in Gruppen führen.“ Hier möchte CG mit dem Modell der Brillenparabel anknüpfen und die Teilnehmer*innen zu Weltoffenheit bewegen, wobei des Weiteren angemerkt sei: „nicht immer lassen sich Spannungen lösen, nicht immer wird das Modell verstanden. Ein Modell ist eine starke Vereinfachung, nicht jedem gefällt so etwas. Die Meisten aber mögen diese Darstellung. Uns geht es darum, Denkanstöße zu geben. Wichtig ist das Gespräch, alles Weitere passiert langfristig in den Köpfen der Teilnehmer*innen.“ Da die teilnehmenden Gruppen sehr divers sind, wird auch die Brillenparabel selbst unterschiedlich behandelt und wahrgenommen. Jüngere Gruppen finden mehr Gefallen an einem kreativen Umgang mit den Brillen, während ältere Schüler oder junge Erwachsene vielmehr mit Vorliebe diskutieren und den Austausch schätzen. So oder so, mit den selbstgemachten Brillen werden immer gerne Erinnerungsfotos gemacht.  

Kein Workshop gleicht dem anderen  

Schulklassen, sowie Projekt- und Jugendgruppen ab einem Alter von 10 Jahren können jederzeit eine Workshopteilnahme anfragen. Diese kann allgemein und ohne eigene Vorstellungen sein, darf aber auch konkrete Themenwünsche, wie zum Beispiel „Stereotype“ oder „Multikulturalität“ beinhalten. Die Workshops verlaufen immer nach einem pädagogischen Schema, wobei der inhaltlichen Gestaltung keine festen Grenzen gesetzt sind. So gleicht kein Workshop dem anderen. Am Ende des Tages ist selbst das CG-Team immer wieder begeistert: „Ich selbst finde es super spannend und anschaulich, wie ausführlich und kritisch reflektiert die Hintergrundinformationen von CG zu den Workshopkonzepten sind.“, äußert Frau Eckhardt abschließend.  

Die Anwendungsmöglichkeiten der Brillenparabel sind breit, der Einsatz dynamisch. Mit dem Einsatz des Modells schaut Colored Glasses auf viele „Aha-Momente“ zurück und ist sich einer bunten Zukunft gewiss.

Autorin: Anna Carolin Föste, Titelbild: Nils Stahl, Edit: Colored Glasses  

Ein herzliches Dankeschön an die Autorin Anna Carolin Föste, die sich im Rahmen eines Semesterprojektes für diesen Beitrag mit Colored Glasses entschieden hat. Besonderen Dank an Sophie Eckhardt, die sich für das Interview zur Verfügung gestellt hat.

Für Anfragen zur Weiterverbreitung melden Sie sich gerne bei coloredglasses@yfu.de

Bei eigenem Interesse zur Erstellung von Beiträgen für Colored Glasses im Rahmen von Studienarbeiten oder zur Erweiterung Ihrer Publikationshistorie kontaktieren Sie gerne coloredglasses@yfu.de

Corona Pandemie bedeutet Herausforderungen und Chancen für Colored Glasses

Um ehrlich zu sein, am Anfang dachten auch wir, dass wir alle nach ein paar Wochen wieder zum Alten zurückkehren würde. Wir waren guter Hoffnung, dass die Schulen wieder in Betreib genommen werden würden und unsere Ehrenamtlichen das tun könnten, wofür sie ausgebildet sind – Toleranzworkshops anbieten, Schulungen durchführen.

Doch leider ist es nicht so gekommen und seit über 8 Wochen können wir keine Workshops und Weiterbildungen mehr anbieten. Auch die persönlichen Treffen von unseren Ehrenamtlichen mussten alle abgesagt werden.

Was macht das mit einem Bildungsangebot wie Colored Glasses?

Colored Glasses lebt davon nah bei den Menschen zu sein und da zuzuhören, wo keiner mehr hinhört. Die Auswirklungen sind enorm für uns. Da fallen nicht nur die persönlichen Kontakte mit den Schüler*innen weg, sondern auch Förderungen. Denn wer nichts tut, der erhält kein Geld. Doch gerade in einer Krise ist die Unterstützung von größter Relevanz, um auch in Zukunft weiter unseren Bildungsauftrag zu erfüllen. Hinzu kommt, dass unser Verein das Deutsche Youth For Understanding Komitee e.V. in existentiellen Schwierigkeiten steckt, da der Internationale Jugendaustausch zum Erliegen gekommen ist. Hunderte von Schüler*innen können im Sommer nicht in ihr Austauschjahr starten. Das ist nicht nur traurig, sondern führt auch zu einer finanziellen Schieflage des Vereins. 

Und doch wäre Colored Glasses nicht Colored Glasses, wenn wir uns nicht immer wieder neu erfinden würden. Was in den letzten Wochen und Monaten ehrenamtlich geleistet wurde, ist kaum mit Worten zu beschreiben. Da wurden Online-Sprechstunden für Pädagog*innen und Lehrkräfte organisiert, eine Instagram Kampagne zur Internationalen Woche gegen Rassismus gestartet, da wurden zahlreiche Online-Weiterbildung für unsere Ehrenamtlichen angeboten und eine neue Facebookseite veröffentlicht. Gerade jetzt gibt es unglaublich viel zu tun.

Falls du Unterstützen möchtest (mitmachen, weiterdenken, spenden), dann melde dich bei uns coloredglasses@yfu.de. Jede helfende Hand ist willkommen.

Wir möchten all denjenigen Danke sagen, die sich im Moment über ihre Kräfte hinaus dafür engagieren Colored Glasses gut durch diese Krise zu bringen.

Wir machen weiter – Sei dabei!

Euer CG-Vorstandsteam

Hallo, mein Name ist Mert. Und hier möchte euch über mein Abenteuer im Freiwilligendienst mit Colored Glasses erzählen.

Das Projektfinale von ACLEV bringt Handlungsempfehlungen und Freundschaften hervor. Aufruf zum Teilen der Ergebnisse!

Bereits im April und Mai hatten insgesamt 120 junge Menschen beim Brüsselaustausch die Möglichkeit im Rahmen des Projekts Active Citizens Living Europen Values (ACLEV) einen Gesamtüberblick über die Europäische Union zu bekommen und was es bedeutet, ein aktiver Teil der europäischen Zivilgesellschaft zu sein. (Link) Zum Ende des Projekts trafen sich erneut rund 40 junge Menschen aus europäischen und nicht europäischen Ländern vom 19. bis 21. Oktober in Brüssel mit dem Ziel, auf Basis der Alltagserfahrungen der Teilnehmenden und den Erkenntnissen aus dem ACLEV-Projekt eine Reihe von Handlungsempfehlungen für praktische Maßnahmen für die Europäische Union und ihren Mitgliedstaaten zu erarbeiten.

ACLEV ist ein Projekt, um jungen Menschen in ganz Europa die Möglichkeit zu geben, aktive Bürger*innen zu werden und das europäische Projekt zu stärken und voranzutreiben. Es ist ein Projekt von European Confederation of Youth Clubs (ECYC), Erasmus Student Network (ESN) und weiteren YFU-Organisationen unter EEE-YFU und wird von Erasmus+ gefördert. 

Ein Wochenende mit einem vielschichtigen Programm aus Workshops und Vorträgen brachte uns die Grundlagen der Interessensvertretung und das Erarbeiten von politischen Handlungsempfehlungen näher. Dabei kam es zu einem regen Austausch und vielen Erkenntnissen, auf welche Art und Weise wir bereits aktiv an der Gestaltung der Gesellschaft teilnehmen. In dieser tollen und motivierenden Atmosphäre erarbeiteten wir in einer stillen Diskussion und kleinen Arbeitsgruppen Probleme und Lösungsansätze zu den Schwerpunkten „Förderung europäischer Werte“, „Stärkung des europäischen Projekts und Schaffung eines Gefühls der Einheit“ und „Förderung einer aktiven Zivilgesellschaft“. 

Ein besonderer Höhepunkt war die Vorstellung unserer Ergebnisse bei der europäischen Konferenz zu ACLEV mit Mitgliedern aus europäischen Institutionen, vertretenden Personen von EU Mitgliedstaaten und Sachkundigen im Bereich der aktiven Zivilgesellschaft. In gemeinsamen Arbeitsgruppen setzten wir uns mit den Expert*innen auseinander und verfeinerten die Handlungsempfehlungen. Der lebhafte Austausch führte sich auch während der Pausen und nach dem Wochenende fort. 

Das Projekt hat viele Menschen zusammengeführt, Freundschaften hervorgebracht und uns gezeigt, dass wir auf verschiedenen Ebenen (regional, national und international) Personen positiv beeinflussen können, um Entscheidungen zu treffen, die unser Leben und das Leben anderer verbessern. Die Ergebnisse unserer intensiven Arbeit können hier nachgelesen werden.

Damit die Handlungsempfehlungen in die Tat umgesetzt werden, werft bitte einen Blick darauf, teilt sie und wendet euch damit an politische Entscheidungsträger in euren lokalen Gemeinden und / oder nationalen Regierungen. Nur gemeinsam können wir Veränderungen erreichen!

Autor: Phil G.

Das Wochenende verlief unter dem Schirm von und in Zusammenarbeit internationaler Repräsentanten (von links nach rechts):

Kea Hoppe (Deputy Director, YFU global office)
Luka Živić (Permanent Representation of the Republic of Slovenia to the European Union)
Michail Moschovakos (European Commission – Education, Audiovisual and Culture Executive Agency)
Tatjana Babrauskiene (European Economic and Social Committee)
Laura Popa (Youth Outreach Unit in the European Parliament)
Brikena Xhomaqi (Lifelong Learning Platform)
Silja Markkula (European Youth Forum)
Dr. Ralf René Weingärtner (Permanent Representation of the Federal Republic of Germany)
Logo BfTD

Colored Glasses wurde zum Preisträgerprojekt des „Aktiv für Demokratie und Toleranz“ Wettbewerbs ausgewählt und erhält ein Preisgeld von 4000€.

Bis zum 22. September konnten zivilgesellschaftliche Akteurinnen und Akteure aus ganz Deutschland die Gelegenheit nutzen, um ihr Projekt im jährlich bundesweit ausgeschriebenen BfDT-Wettbewerb „Aktiv für Demokratie und Toleranz“  vorzustellen*. Insgesamt wurden 254 Bewerbungen eingereicht. Aus diesen Einsendungen wurden rund 60 Projekte ausgewählt. Darunter auch Colored Glassen. Das Bündnis für Demokratie und Toleranz schreibt:

„Diese vorbildlichen Projekte bilden die Vielfalt des zivilgesellschaftlichen Lebens is Deutschland ab und sollen Bürger/-innen aus ganz Deutschland zur Übertragung und zum eigenen Engagement anregen.“ BfTD

Für uns ist diese Anerkennung sehr besonders. Wir haben lange darauf hingearbeitet und sind sehr dankbar, dass wir mit Colored Glasses diese tolle Auszeichnung in Verbindung mit einem Förderpreisgeld von 4000EURO erhalten. Wir freuen uns im neuen Jahr an der Preisverleihung und einem 2-tägigen Vernetzungsworkshops für alle Preisträger*innen.

*BfTD, Bündnis für Toleranz und Demokratie gegen Extremismus und Gewalt. Die Geschäftsstelle des BfDT ist Teil der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb.

Tagcloud des BfTG
Quelle: BfDT http://www.buendnis-toleranz.de/arbeitsfelder/wuerdigung/aktiv-wettbewerb/

Gleich zwei Schulungen fanden am Wochenende des 09./10.November in Hannover und Chemnitz statt. Zum einen wurden in Hannover 10 neue Colored Glasses Teamer*innen ausgebildet und zum anderen 17 neue Trainer*innen in Chemnitz. Trainiert wurden die Schulungen von Team Anikó, Josi & Sophie und Team Bara & Sara. Um dem Ganzen einen internationalen Touch zu verpassen und das Colored Glasses Netzwerk international zu stärken, luden wir zwei Freiwillige aus YFU Flandern und eine Ehrenamtliche aus YFU Österreich mit ein. Worauf wir sehr stolz sind, ist die Diversität unserer Teilnehmenden. Insbesondere durch die Kooperation mit der TU Chemnitz und der studentischen Initiative kulturcampus ist es uns gelungen zum ersten Mal auch internationale Studierende mit in unser Team zu holen. Eine große Bereicherung!

Wir wünschen allen geschulten Teamer*innen und Trainer*innen einen guten Start in die Praxis!!!

PS: Ihr interessiert euch was auf einer Schulung so passiert? Dann folgt uns auf Instagram und schaut euch unsere Stories an. @Coloredglasses_yfu

Colored Glasses Beitrag auf Instagram

Wir freuen uns sehr, dass die Anna-Hellwege-Stiftung auf uns in Hamburg aufmerksam geworden ist und die Arbeit unserer ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen vor Ort mit einer Spende von 2000€ unterstützt. In 2019 konnten in Hamburg knapp 40 Toleranzworkshops in Stadtteilschulen und Berufsschulen durchgeführt mit großem Erfolg durchgeführt werden. Wir freuen uns sehr, dass unser Netzwerk an Unterstützer*innen und Kooperationspartnern wächst.

Die Anna-Hellwege-Stiftung wurde im Jahr 2006 gegründet. Grund hierfür war der gewaltsame Tod von Anna Nicolina Hellwege, die am 16. Oktober 2006 im Alter von 29 Jahren von ihrem süd-amerikanischen Lebensgefährten in Hamburg ermordet wurde.

In Gedenken an die Verstorbene sowie unter Berücksichtigung ihres Schicksals engagiert sich die Stiftung für Völkerverständigung und die Jugendhilfe.

Gemeinsam stark für mehr Toleranz und Offenheit.

Mehr Informationen zur Stiftung finden Sie hier: http://www.anna-hellwege-stiftung.de/