Interview: Julia Kastner

April 2024

Es sind die Begegnungen mit Menschen, die Merles Licht am Brennen halten. Davon hatte sie als langjährige Teamerin und jetzige Vorständin von Colored Glasses in den letzten acht Jahren viele. Doch ihr Engagement für Colored Glasses ist mehr als nur eine Leidenschaft – es ist ein Türöffner und ihr ständiger Wegbegleiter geworden. Wir haben mit ihr gesprochen.

Hallo Merle, 

bevor wir uns gleich mit deinem Ehrenamt bei Colored Glasses beschäftigen, möchte ich gerne von dir wissen, wer du bist, wenn du nicht gerade Schüler*innen für eine vielfältige und tolerante Gesellschaft begeisterst.

Hallo, ich bin Merle. Wenn ich mich nicht gerade bei Colored Glasses engagiere, dann arbeite ich als Sozialarbeiterin in einer gemeinnützigen Werkstatt für erwachsene Menschen mit psychischen Erkrankungen in Göttingen. In meinem Job unterstütze ich Menschen mit Beeinträchtigungen dabei, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Ich begleite sie durch ihren Alltag, gehe mit ihnen zu Ärzt*innen und Behörden und bin für sie da, wenn sie meine Hilfe benötigen.

In meiner Freizeit spiele ich seit vielen Jahren Theater in einem Jugendclub. Dort habe ich auch schon ein Praktikum gemacht und konnte mich als Regieassistenz ausprobieren. Mein Wunsch ist es, in den nächsten Jahren eine Fortbildung zur Theaterpädagogin zu machen.

Meine zwei Ehrenämter sind ein wichtiger Teil meines Lebens, in den ich viel Zeit investiere. Neben meinem Engagement bei Colored Glasses arbeite ich ehrenamtlich beim ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst.

Du bist als Jugendliche bei einem Toleranzworkshop an deiner Schule zum ersten Mal mit Colored Glasses und YFU in Berührung gekommen. Gleich danach hast du dich dazu entschieden, dich für Colored Glasses dahinter zu engagieren. Seitdem bist du aus der Colored Glasses Welt nicht mehr wegzudenken. Inwiefern hat die erste Begegnung in der Schule deine Begeisterung für das Thema geweckt?

Zunächst war es die Begeisterungsfähigkeit der Workshop-Teamerin Sarah, die mich total mitgerissen hat. Sie hatte eine wahnsinnig ansteckende Energie, die nicht nur mich, sondern viele meiner Mitschüler*innen beeindruckte. Und zwar so sehr, dass einige von uns nur wenige Wochen später unseren eigenen ersten Toleranzworkshop veranstalteten.

Daneben bin ich aber auch ein großer Fan der Methodik der Workshops. Die Möglichkeit, durch Simulationen erlebbare Erfahrungen zu machen und diese anschließend in der Klasse zu reflektieren, finde ich sehr eingängig. Es öffnet das Gespräch und ermöglicht eine tiefere Auseinandersetzung. Aber auch die theoretischen Modelle wie mein Lieblingsmodell, das Begegnungsdreieck, finde ich ziemlich toll – sie sind bis heute ein Wegbegleiter in meinem Alltag.

Schließlich sind es die Inhalte und Werte, die sich in den Zielen von Colored Glasses wiederfinden. Demokratiebildung, wertschätzender Umgang, gegenseitige Rücksichtnahme halte ich für unverzichtbar für ein gutes Miteinander und eine funktionierende Gesellschaft. Da stehe ich sehr hinter.

Welchen Einfluss haben Colored Glasses und YFU auf dich und deinen Werdegang?

Colored Glasses hat mich stark geprägt und tut es immer noch. Durch mein Engagement habe ich ganz einfache Dinge, wie formelle E-Mails schreiben und mit fremden Menschen telefonieren, gelernt. Und auch Tätigkeiten wie Workshopgruppen zu organisieren, flexibel und agil in meiner Arbeit zu sein und ein Gespür für Zeit und Gruppenkonstellationen zu entwickeln, fallen mir mittlerweile echt leicht.

Gleichzeitig hat es mich auch selbstbewusster gemacht. Vor vielen Menschen zu stehen und freizusprechen, ist für mich keine große Überwindung mehr nach acht Jahren Colored Glasses Ehrenamt. Davon profitiere ich sowohl beruflich als Sozialarbeiterin als auch privat in meiner Theatergruppe. 

Zudem hat Colored Glasses mir gezeigt, was ehrenamtliches Engagement für mich und für die Gesellschaft bedeutet. Ohne den Workshop an meiner Schule hätte ich wahrscheinlich den Zugang zu Colored Glasses und anderen Ehrenämtern, die mir heute sehr am Herzen liegen, nicht gefunden.

Du hast selbst keine Austauscherfahrung und bringst daher eine ganz neue Perspektive in die Vereinsarbeit von YFU ein. Was sind deiner Meinung nach die Vorteile eines Blicks von außen?

Im Blick von außen sehe ich einige Vorteile, allen voran hinsichtlich einer bunten Ehrenamtsstruktur. Die Austauschprogramme von YFU sprechen oft eine exklusivere Gruppe von Menschen an, die von Haus aus ein gewisses Interesse an Bildung mitbringt und sich Austausch leisten kann. Ich finde es schön, wenn Ehrenamtliche nicht nur aus dieser Gruppe kommen, sondern möglichst vielfältig sind. Nicht jede*r muss studieren, um ehrenamtlich aktiv zu sein. Und nicht jede*r kann Geld für eine Fahrkarte vorstrecken. Das allein bringt schon eine andere Perspektive mit sich, die in meinen Augen viele Vorteile hat.  

Wenn ich z.B. an den angestrebten Strukturwandel von YFU denke, sehe ich einen weiteren Vorteil darin, dass ich als Person ohne tieferen Kontakt zu den Vereinsstrukturen relativ neutral an das Projekt herangehen kann. Ich hänge an nichts fest, weil ich einfach wenig Erfahrung mit den Strukturen habe. Meine Perspektive könnte daher helfen, sinnvolle Veränderungen zu erkennen.

Ein Problem, das wir bei YFU und Colored Glasses immer wieder haben, ist der Mangel an Aktiven. Hier sehe ich einen Blick von außen als hilfreich, um Einstiegshürden für Menschen ohne YFU-Bezug aufzudecken und zu lösen.

Welchen Mehrwert siehst du in den Colored Glasses Workshops für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und einen guten Umgang miteinander? 

Zunächst finde ich es sehr wichtig, dass wir uns bewusst machen, was Colored Glasses kann und was nicht. Ein dreistündiger Workshop in einer Schule kann niemanden umkrempeln. Das geht nicht. Was wir aber machen können: wir können den Teilnehmenden Denkanstöße geben und sie zum Reflektieren anregen.

In den Workshops finden wir gemeinsam mit den Teilnehmenden Antworten auf Fragen und Verhältnissen, die sich aus dem Zusammenleben verschiedener Kulturen ergeben. Wie reagiere ich auf fremde Menschen? Was passiert dabei in meinem Kopf, was ich beeinflussen kann? Wie kann ich Vorurteilen entgegenwirken und einen inneren Perspektivwechsel schaffen? In dem die Schüler*innen in Simulationen in ihnen unbekannte Rollen schlüpfen, erleben und bewerten sie Situationen aus einem neuen Blickwinkel. Themen, wie Ausgrenzung, Rassismus und Diskriminierung werden so greifbar und erfahrbar. Theoretische Modelle helfen anschließend die Erlebnisse einzuordnen. Nach dem Workshop können die Schüler*innen immer wieder auf die theoretischen Konzepte zurückblicken und sich in ihrem Alltag reflektieren. 

Bild links: Merle (links) und Nina (rechts) beim Colored Glasses Präsenztreffen

Welchen Rat würdest du Menschen mit auf den Weg geben, die sich ehrenamtlich für Colored Glasses engagieren möchten?

Einfach anfangen! Wenn man die Zeit hat und es sich leisten kann ein, ehrenamtlich aktiv zu sein, dann ist es eine tolle Möglichkeit sich auszuprobieren. Ein Vorteil von Colored Glasses ist, dass man sich nicht auf Lebenszeit verpflichtet, sondern sehr flexibel ist und auch nur einmal im Jahr einen Workshop geben kann.

Außerdem kann das Ehrenamt dein Leben sehr bereichern. Nicht nur andere haben etwas von meinem Engagement, auch ich nehme viel für mich mit und profitiere in vielen Lebensbereichen.

Cool ist auch, dass man viele neue Städte sehen und neue Leute kennenlernen kann. Wer also Lust hat, Deutschland zu bereisen und mit vielen Menschen in Kontakt zu kommen, sollte auf jeden Fall über ein Ehrenamt bei Colored Glasses nachdenken. Als Workshopteamer*in ist man in ganz Deutschland unterwegs, ohne Reisekosten tragen zu müssen. Diese Erfahrung hätte ich ohne mein Ehrenamt nicht machen können.

Welches YFU-Klischee kannst du belegen oder widerlegen?

Ein Klischee, das ich belegen kann, ist ganz klar die Frage nach dem Austauschland. In den letzten acht Jahren war das häufig die erste Frage, die mir gestellt wurde. Was auch verständlich und logisch ist, schließlich engagiere ich mich in einer Austauschorganisation. Außerdem gibt es unfassbar viele Abkürzungen. Vor allem, wenn man YFU noch nicht so gut kennt, ist es am Anfang schwer zu verstehen, was diese Abkürzungen bedeuten. Und natürlich der YFU-Spirit, von dem alle reden. Der ist sehr präsent.

Colored Glasses in fünf Jahren – Was wünscht du dir für die Zukunft von Colored Glasses. 

Für die Zukunft wünsche ich mir, dass wir unsere Workshopangebote flächendeckend anbieten können. In einigen Bundesländern haben wir häufig Probleme Menschen zu erreichen und Ehrenamtliche zu finden, die Workshops anbieten wollen. Das hat sich hoffentlich bis dahin geändert.

Aber nicht nur ein flächendeckendes Angebot, sondern auch wieder steigende Workshopzahlen möchten wir erreichen. Das Corona-Tief ist immer noch deutlich spürbar. Ich wünsche mir, dass wir in fünf Jahren auf gesündere Zahlen blicken können.

Ein weiterer Meilenstein für mich ist eine vielfältigere Ehrenamtsstruktur. Menschen mit verschiedenen Hintergründen und aus unterschiedlichen Bereichen sowie „alte und neue Hasen“, die zusammenarbeiten und sicherstellen, dass unser angesammeltes Colored Glasses Wissen nicht verloren geht.

Was hält dein Licht am Brennen?

Begegnungen mit Menschen. Das ist die Hauptsache meines Lebens und hält mein Licht am Brennen. 

Vielen Dank für das Interview, Merle! 💜

Kennenlernen und Wiedersehen in Kassel

Am Wochenende vom 19. bis 21. April fand erneut das jährliche Colored Glasses Präsenztreffen in Kassel statt!

Hierfür reisten zehn Ehrenamtliche aus dem Vorstand, Koordinierende aus den verschiedenen Regionen, wie auch aus dem Marketing-Team, aus ganz Deutschland nach Kassel. Das freudige Kennenlernen neuer Gesichter und das Wiedersehen alter Bekannter schuf, wie jedes Jahr, eine positive Stimmung. Durch viele gemeinsame Aktivitäten und tollen Gespräche konnten wir diese auch bis zur Abreise am Sonntagnachmittag ohne Probleme aufrecht erhalten.

„Colored Glasses wirkt!“

Natürlich haben wir die gemeinsame Zeit auch für produktives Arbeiten genutzt, denn unter dem Motto „Colored Glasses wirkt!“ haben wir vor allem an drei Zielen gearbeitet:

  • Entwicklung eines gemeinsamen Verständnisses über die Wirkung von Colored Glasses
  • Entwicklung einer Colored Glasses-Wirklogik für Jahresbericht, interne & externe Kommunikation​
  • Entwicklung von konkreten Tools zur Wirkungsmessung

Um diese Ziele umzusetzen, haben wir das Vorgehen aus dem Selbstlernkurs „Wissen, was wirkt: soziale Projekte erfolgreich planen“ von SkalaCampus genutzt. Anhand des spannenden Inputs konnten wir angeregt diskutieren und uns austauschen. Besonders hilfreich hierbei war, was gleichzeitig auch das Schönste am Treffen in Kassel war: Die verschiedenen Bereiche von Colored Glasses kamen zusammen und konnten verschiedenste Blickwinkel mit ins Gespräch einbringen. Durch das motivierte Arbeiten konnten unter anderem zwei neue Fragebögen zur Verbesserung der Workshops und der Schulungen erstellt werden. Wir konnten uns dabei außerdem angeregt über das vergangene, wie auch über das kommende Jahr austauschen.

Des Weiteren erstellte das Marketing-Team einige Videos und viel Bild-Material, die in den nächsten Wochen und Monaten auf dem Colored Glasses Instagram-Account zu finden sein werden. Die Ehrenamtlichen haben sich tapfer den Fragen des Teams gestellt und verschaffen so einen tollen Einblick in die ehrenamtliche Arbeit bei Colored Glasses.

Das Wochenende war schnell vorbei und die Verabschiedung am Sonntag kam schneller als gedacht. Wir konnten alle viel Kraft und Motivation aus unserem Treffen schöpfen, weshalb alle nun noch motivierter weiterarbeiten können. Bereits jetzt freuen wir uns auf ein Wiedersehen beim Präsenztreffen im nächsten Jahr!

Interkulturelle Bildungsangebote (m/w/d)

In Teilzeit (20 h/Woche), zum 15. Juni 2024 befristet bis zum 31. Oktober 2024

Arbeitsort: bevorzugt Hamburg, nach Absprache auch remote möglich

Das Deutsche Youth For Understanding Komitee e.V. (YFU) ist ein gemeinnütziger Verein und eine der ältesten und größten Organisationen für internationalen Jugendaustausch. Bei den meist einjährigen Austauschprogrammen tauchen die Teilnehmenden komplett in den Alltag ihres Gastlandes ein und gewinnen neue Perspektiven auf die Welt. Während des Austauschjahres leben sie bei Gastfamilien, die im Gegenzug eine neue Kultur im eigenen Zuhause entdecken. Seit der Gründung im Jahr 1957 haben bereits rund 70.000 Jugendliche an den Austauschprogrammen teilgenommen. Unter dem Motto „In der Welt zu Hause“ setzt sich YFU gemeinsam mit Partnerorganisationen in rund 50 Ländern für Toleranz, interkulturelle Bildung und globale Verantwortung ein.  

Deutschlandweit engagieren sich rund 4.000 Ehrenamtliche für YFU, in der Hamburger Geschäftsstelle sind etwa 60 Mitarbeitende hauptamtlich für den Verein tätig. Um möglichst vielen jungen Menschen unabhängig von ihrer finanziellen Situation eine Austauscherfahrung zu ermöglichen, vergibt YFU jährlich hunderte einkommensabhängige Stipendien.

Wir suchen zu Mitte Juni 2024 eine*n Assistent*in Interkulturelle Bildungsangebote für die Unterstützung unseres Teams.

Die Position ist in der Abteilung Kooperation & Entwicklung angesiedelt und bezieht sich primär auf die administrative Unterstützung der Arbeitsbereiche Colored Glasses und weltwärts-Freiwilligendienste. 

Deine Aufgaben:

  • Du unterstützt bei der Organisation und Planung von deutschlandweiten interkulturellen Workshops.
  • Du stehst unseren ehrenamtlich Engagierten sowie Interessierten für jegliche Fragen zur Seite, bietest Unterstützung und leitest sie bei Bedarf an die richtigen Stellen weiter.
  • Dein Organisationstalent ist gefragt, wenn es darum geht, Veranstaltungen und Treffen zu planen. 
  • Du unterstützt bei der Abwicklung des weltwärts-Freiwilligendienstes (Versand von Bescheinigungen, Einfordern von Unterlagen usw.).
  • Du bist zuständig für die sorgfältige Pflege unserer Datenbanken, indem du aktuelle Informationen über unsere Ehrenamtlichen und ihre Tätigkeiten einpflegst und aktualisierst.
  • Du hilfst bei der Erstellung von Newslettern und anderen Kommunikationsmitteln, die unsere Ehrenamtlichen über aktuelle Projekte, Veranstaltungen und Neuerungen informieren.
  • Du unterstützt bei vielen anderen kleineren und größeren anfallenden Aufgaben. 
  • Du kannst Ideen zur Optimierung von Prozessen mitentwickeln. 

Das kannst Du uns bieten:

  • Du identifizierst dich mit unserem Motto „In der Welt zu Hause“ und findest Motivation in der Unterstützung unserer Ehrenamtlichen, die sich leidenschaftlich für den interkulturellen Austausch und die Bildung junger Menschen einsetzen.
  • Du arbeitest sorgfältig, zuverlässig und nach entsprechender Einarbeitung eigenständig.
  • Du bist ein Teamplayer und verstehst es, positiv auf die Bedürfnisse unterschiedlicher Zielgruppen einzugehen. 
  • Du hast Lust Dich in Prozesse einzudenken, bestenfalls diese zu optimieren und unsere interkulturellen Bildungsangebote damit weiterzuentwickeln.
  • Du hast fließende Deutschkenntnisse in Wort und Schrift sowie gute MS-Office-Kenntnisse.

Das bieten wir Dir:

  • Eine sinnstiftende Aufgabe mit Wirkung
  • Eine partizipative und offene Arbeitsatmosphäre in einem engagierten Team
  • Einen Arbeitsplatz in einem schönen Büro in zentraler Lage in Hamburg mit der Möglichkeit, auch ortsunabhängig zu arbeiten
  • 30 Tage Urlaub im Jahr, gerechnet auf eine Vollzeitstelle
  • Bezuschussung des HVV-Deutschlandtickets mit derzeit 36 €
  • Bezuschussung deiner Mitgliedschaft im Sportverein oder Fitnessstudio

Die Welt ist bunt, unsere Gesellschaft auch. Wir freuen uns über Bewerbungen aller Interessierten, unabhängig von ihrer Herkunft, Hautfarbe, Religionszugehörigkeit, sexuellen Identität, Behinderungen oder Alter.

Sende Deine Bewerbung mit dem Betreff „Bewerbung Assistenz Interkulturelle Bildungsangebote“ bitte an: jobs@yfu.de

Datenschutzhinweis: Die Datenverarbeitung personenbezogener Daten im Rahmen des Bewerbungsverfahrens geschieht ausschließlich zweckgebunden und im Einklang mit der Datenschutzgrundverordnung.

Wir suchen zum 1. September 2024 bis zum 31. August 2025 eine*n FSJler*in im Bildungsprogramm Colored Glasses. Die Position ist in der Abteilung Kooperation & Entwicklung angesiedelt. FSJ-Träger sind die internationalen Jugendgemeinschaftsdienste (ijgd) Hamburg. 

Mit Colored Glasses begeistern junge Ehrenamtliche Kinder & Jugendliche durch Toleranzworkshops für gesellschaftliche Vielfalt. Die Ehrenamtlichen werden in einer Wochenendschulung ausgebildet. Sie planen und geben die Workshops selbstständig in Zweierteams.

Hier kommst DU ins Spiel! In deinem FSJ lernst du alles, um selbst Workshops zu Vielfalt & Diskriminierung zu halten, mit Jugendlichen auf Augenhöhe zu diskutieren und so unser ehrenamtliches Team zu verstärken. Du reist ca. 2x im Monat mit dem Zug zu Schulen in ganz Deutschland (ggf. mit Übernachtung) und führst zusammen mit den Ehrenamtlichen unsere Workshops durch. Außerdem unterstützt du uns bei Aufgaben im Büro, kannst dich im Marketing einbringen und andere Bereiche des internationalen Jugendaustausches von YFU kennenlernen.


Das bringst du mit:

  • Du bist zwischen 18 und 26 Jahren alt und hast deine Vollzeitschulpflicht erfüllt.
  • Du hast Lust, mehr über das Thema Vielfalt & Toleranz zu lernen, deine Moderationsfähigkeiten auszubauen und mit Kindern & Jugendlichen ins Gespräch zu kommen.
  • Du bringst grundlegende Kenntnisse in Word, Excel und PowerPoint mit und bist bereit, das Colored Glasses Team bei organisatorischen Aufgaben im Büro zu unterstützen.
  • Du verfügst über sehr gute Deutschkenntnisse.
  • Du bist bereit, regelmäßig selbstständig zu Workshopeinsätzen in ganz Deutschland zu reisen und ggf. vor Ort zu übernachten.
  • Du bist flexibel, gelegentlich nach Absprache auch abends oder am Wochenende im Einsatz zu sein.
  • Du bist zuverlässig, kommunikativ und hast Lust, deine eigenen Ideen einzubringen.
  • Zu Arbeitsbeginn ist die Vorlage eines erweiterten Führungszeugnisses (eFZ), das nicht älter als drei Monate ist, Pflicht.

Das bieten wir dir:

  • Eine sinnstiftende Aufgabe mit Wirkung
  • Eine partizipative und offene Arbeitsatmosphäre in einem engagierten Team
  • Einen Arbeitsplatz in einem schönen Büro in zentraler Lage in Hamburg
  • Weiterbildungsmöglichkeiten innerhalb und außerhalb der Organisation
  • Ein FSJ-übliches Taschen- und Verpflegungsgeld in Höhe von etwa 450 Euro
  • Übernahme des HVV-Deutschlandtickets
  • Übernahme einer BahnCard 50 2. Klasse
  • 30 Tage Urlaub im Jahr
  • 25 Seminartage mit FSJler*innen aus politik- und demokratienahen Einsatzstellen durch den ijgd

Weitere Informationen zu den Konditionen des FSJ findest du hier: www.FSJpolitikhamburg.de. Mehr Informationen zu Colored Glasses gibt es hier: www.coloredglasses.de und auf Instagram @coloredglasses_yfu.

Die Welt ist bunt, unsere Gesellschaft auch. Wir freuen uns über Bewerbungen aller Interessierten, unabhängig von ihrer Herkunft, Hautfarbe, Religionszugehörigkeit, sexuellen Identität oder Behinderungen.

Bitte sende deine Bewerbung als zusammenhängende PDF-Datei mit dem Betreff „Bewerbung FSJ Colored Glasses“ bis spätestens 15. Mai 2024 an Nina Siemer (siemer@yfu.de).


Datenschutzhinweis: Die Datenverarbeitung personenbezogener Daten im Rahmen des Bewerbungsverfahrens geschieht ausschließlich zweckgebunden und im Einklang mit der Datenschutzgrundverordnung.

Was war 2023 in den Colored Glasses-Regionen los?

Letztes Jahr ist bei Colored Glasses viel Tolles passiert. Ein paar Highlights des Jahresrückblick 2023 sollten auf alle Fälle noch einmal hervorgehoben werden:

Spitzenreiter Bayern

Mit 19 stattgefundenen Workshops ist Bayern im vergangenen Jahr Spitzenreiter der Regionen gewesen – einen riesigen Applaus an das Koordi-Team Clara & Tobi, die ab 2024 von Anna unterstützt werden. Besonders stolz sind sie drauf, dass hier kein einziger Workshop wegen Teamer*innen-Mangel abgesagt werden musste. 

Sommerfest in München

Wen wundert es da, dass sich drei Teamer*innen aus der Region mit ihrem Einsatz einen CG-Hoodie in unserer Toleranzchallenge verdient haben? Gefeiert wurde dies auch beim kleinen Sommerfest in München, wo sich Koordis, Teamer*innen & Alumni*ae besser kennengelernt haben.

Schulung-Spaß in Baden-Würtemberg

Für Grit & Angelique – den Koordis in Baden-Württemberg – zaubert der Gedanke an lustige Spieleabende bei der Schulung in Ulm noch immer ein Lächeln auf die Lippen. In Kooperation mit dem Koordi-Team aus Bayern haben sie im Frühjahr 2023 ganze 17 neue Ehrenamtliche startklar für das Engagement mit Colored Glasses gemacht. Besonders gefreut hat sie zu merken, dass bei Schulen und Ehrenamtlichen das Interesse an Colored Glasses wächst. Auch 2024 freuen sie sich drauf, erneut zusammen mit den Koordis aus Bayern eine Schulung zu organisieren.

Trauriger Abschied

Nach je 12 Jahren Engagement für Colored Glasses haben wir in diesem Jahr schweren Herzens Lena & Miguel aus dem CG-Vorstand verabschiedet. Das haben wir als Chance genutzt, das Vorstands-Team neu aufzustellen und viele spannende Projekte anzugehen. Neu in ihren Rollen sind Merle und Kevin. Merle übernimmt seit Mitte 2023 die Verbindungsarbeit zu YFU und hat in dem Zuge erheblich dran mitgewirkt, dass der YFU-Vereinsrat eine offizielle Stellung für Colored Glasses im Verein beschlossen hat. Kevin hat in diesem Jahr die Verantwortung für die Überarbeitung des Colored Glasses Workshop-Konzepts übernommen, das 2024 finalisiert werden soll. Wie zuvor auch begleitet Marius weiter die Koordis bei ihrem Engagement und Anne leitet das Marketing-Team. Unterstützt wird der ehrenamtliche Vorstand von Nina, hauptamtliche Mitarbeiterin von YFU. 

Ein neues Mitglied und neue Anfragen

Auch das Koordi-Team im Osten des Landes hat ein neues Mitglied erfolgreich eingearbeitet: Janika. Gestartet war das Jahr mit dem digitalen Wintertreffen, das Koordi-Kollegin Resi in besonders guter Erinnerung geblieben ist. Bei diesem jährlichen Termin vernetzen Colored Glasses Ehrenamtliche bundesweit und bilden sich zu spannenden Themen fort. Mit aufgeräumtem Verteiler und voll ausgestattetem Materialkoffer ist das Koordi Team nun bestens vorbereitet auf 2024. Die Teamer*innen aus Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern freuen sich darauf gemeinsam viele Workshops zu geben. Die ersten Anfragen sind auch schon eingegangen.

Präsenztreffen in Kassel

Im Mai letzten Jahres konnte endlich wieder ein Präsenztreffen des Colored Glasses Teams stattfinden. Vorstand, Koordis und Marketing-Team waren eingeladen zum gegenseitigen Kennenlernen und der gemeinsamen Weiterentwicklung unserer Ziele. Die Teilnehmenden haben schöne Erinnerungen an das Wochenende in Kassel behalten und viel Energie aus dem persönlichen Austausch gezogen. So auch Katha, die die Arbeit in der Region Mitteldeutschland im letzten Jahr allein gestemmt und dazu noch eine Schulung organisiert hat, bei der sie es sich nicht hat nehmen lassen, #buntsein-Kerzen für die Teilnehmenden selbst zu basteln. Hut ab!

Neue Workshops im Westen

Nachdem es lange Zeit ruhig war bei Colored Glasses im Westen Deutschlands, wurden im Jahr 2023 dort wieder die ersten Workshops gegeben. Absolutes Highlight: ein Workshoptag für einen ganzen 11. Jahrgang und Übernachtung im Kloster für das CG-Team! 

Viele neue Ehrenamtliche in Duisburg

Außerdem konnten in Duisburg 15 neue Ehrenamtliche ausgebildet werden. Sowohl die neuen Teamer*innen, als auch Koordis und Vorstand können es kaum erwarten die Landesgruppe West wieder aufleben zu lassen. Bis sich dafür motivierte Koordis finden, übernehmen Kevin, Marius & Nina aus dem CG-Vorstand diese Aufgabe.

Neues aus dem Marketing-Team

Wir als Marketing-Team freuen uns über Neuzugänge Anuli, Pauline & Lena, die nun Kaya, Lisa & Anne beim CG-Blog und Instagram unterstützen. 

Letztes Jahr war viel los, mit 80 Beiträgen und zahlreichen neuen Followern haben wir die 800 Follower-Marke geknackt. Vielen Dank für die Unterstützung! Wir haben das CG ABC beendet, eine neue Reihe “Colored Glasses Presents” begonnen und hatten viel Spaß mit dem Adventskalender. Für die nächsten Posts seid gespannt, was bei Colored Glasses in den jeweiligen Regionen im letzten Jahr sonst noch los war.

Neuzuguang im Norden

Letztes Jahr haben die Koordis Sophia und Michaela im hohen Norden Unterstützung bekommen von Riman. Trotz großem Mangel an Teamer*innen konnten stolze 13 Workshops in der Region stattfinden, dank des Engagements der Ehrenamtlichen. Das Team startet mit tollen Ideen und neuen Mitgliedern ins kommende Jahr. Der erste Workshop ist bereits in Planung.

Zusammenarbeit im Norden

Im letzten Jahr haben Mara & Anikó als Koordis für Bremen/Niedersachsen in Kooperation mit der Region Schleswig-Holstein/Hamburg und eine Präsenzschulung umgesetzt, bei der insgesamt 11 neue Teamer*innen ausgebildet wurden. Eine gute Grundlage für die zukünftige Zusammenarbeit, denn diese beiden Landesgruppen werden zu einer: Nord. Das neue Team startet mit gebündelten Kräften und voller Tatendrang ins Jahr 2024! 

Wenn du in 2024 auch ein so ereignisreiches Jahr haben möchtest wie wir, mach mit und werde Teamer*in!

Wie unterschiedlich die Weihnachtstraditionen in verschiedenen Ländern sind, wurde auch schon in den Blogbeiträgen zu Argentinien, Südafrika und der Türkei deutlich. Diesmal richtet sich unser Blick nocheinmal nach Südamerika – genauer gesagt, nach Paraguay. Hierzu hat uns YFU-Volunteer Sandra aus Paraguay einige Einblicke gegeben.

YFU Paraguay

Colored Glasses hat auch eine besondere Beziehung zu YFU Paraguay: seit ca. 5 Jahren werden unter der spanischen Übersetzung unsere Namens „Lentes de Colores“ hier ebenfalls Toleranzworkshop von YFU-Ehrenamtlichen an Schulen durchgeführt. Dabei haben in den letzten Jahren YFU-Freiwilligendienstleistende aus Deutschland und anderen Ländern das Programm maßgeblich mitgestaltet. Engagierte Ehrenamtliche aus Deutschland haben den Aufbau des Programms außerdem mit digitalen Trainings und vielen Tipps unterstützt.

Die weihnachtlichen Traditionen in Paraguay

Draußen sind es 39 Grad Celsius. Die Sonne strahlt vom Himmel. Alles ist mit rotem Schmuck und Kokosblüten geschmückt, die einen angenehmen Kokosduft verströmen. Bei jedem Haus stehen kleine Krippen, vor denen Kokosblüten und Früchte wie Honigmelonen, Ananas, Bananen, Papayas und Mangos als Geschenke für das Christkind abgelegt werden. Die älteren Generationen der Familien besuchen dann die Häuser der Jüngeren, um die prachtvollen Krippen zu betrachten. 

Da 88,2% der Bevölkerung katholisch sind, kommen in der Woche vor Weihnachten die benachbarten Familien zusammen, um gemeinsam den Rosenkranz zu beten. Der letzte Tag des Betens ist der 25.12. – der erste Weihnachtsfeiertag.

Das Festessen

Ähnlich zur Feier in Argentinien, finden sich die Familien am Abend des 24.12. zusammen, um gemeinsam zu Abend zu essen. Jede Familie bringt hierzu ein Gericht mit. Traditionell sind das beispielsweise Gerichte, wie auch in Argentinien, Lengua a la Vinagreta (gekochte Kuhzunge mit Knoblauch, Petersilie und anderen Gwürzen) oder auch Asado (Barbecue). Aber auch Paraguayan Soup, was eine Art Maisbrot ist, welches als Beilage gereicht wird. Dazu wird Clerico, eine Art Bowle aus Früchten und Wein oder einem Softgetränk, in einem Tonkrug serviert. Bei vielen Familien erfreut sich das italienische Gebäck Pantonne großer Beliebtheit und wird ebenfalls zu Weihnachten gegessen. Das Essen bildet einen zentralen Aspekt des Weihnachtsfests.

Die Weihnachtsnacht

Danach warten alle gespannt auf 00:00 Uhr, um sich zu umarmen und sich gegenseitig Frohe Weihnachten zu wünschen. Gemeinsam werden auch traditionelle Weihnachtslieder wie „Dos trocitos de mandera“ oder „Navidad del Paraguay“ gehört und gesungen. Geschenke werden den Kindern an diesem Abend noch keine überreicht. Dies geschieht erst am 6. Januar, denn in Paraguay bringen nicht der Weihnachtsmann oder das Christkind die Geschenke, sondern die heiligen drei Könige. 

Danke Sandra für die tollen weihnachtlichen Impressionen. Frohe Weihnachten an dich und deine Familie! Feliz Navidad!

Weihnachten in Südafrika

„Ich liebe es Weihnachten zu feiern – mitten im Sommer, draußen, mit Freunden und den Liebsten. Es ist sehr sommerlich, und heiß, das perfekte Strandwetter“, schreibt Lena, eine YFU Volunteerin aus Südafrika. 

Während die westliche Hemiphere ein gemütliches, manchmal weißes Weihnachten feiert, sieht in Ländern der südlichen Hemisphere ganz anders aus. Auch dort ist Weihnachten ein großes Fest, bei dem Familien und Freunde teils weite Wege auf sich nehmen, um gemeinsam mit ihren Liebsten Weihnachten zu feiern. Anders als in Deutschland oder auch Argentinien spielt der Abend des 24.12. in Südafrika keine große Rolle. Das Fest startet am 25.12., dem ersten richtigen Weihnachtsfeiertag. 

Das Fest(essen)

Lena berichtet, dass viele Familien entweder an den Strand fahren, um dort gemeinsam zu feiern oder zu Hause ein traditionelles Barbecue („braai“) veranstalten. Ihre liebste Art zu feiern ist es, wenn alle zusammenkomen und jeder etwas anderes zu essen mitbringt. Die Tische sind voll mit Vorspeisen, Salaten, Gebäck, Beilagen, Desserts und vor allem viel Fleisch. „Südafrikaner sind echte Kanivoren“, schreibt Lena. Ein typisches Dessert wurde von den Briten übernommen: der Trifle. Dieser besteht aus verschiedenen Schichten: einer dünnen Schicht aus Löffelbiscuit oder Biscuit Kuchen, welche in Sherry oder einem anderen Likörwein getränkt wird, einer Fruchteinlage, Vanillesauce und Schlagsahne. 

Die Szenerie

Einige Menschen dekorieren einen Baum – hin und wieder gibt es sogar dekorierte Palmen – mit Girlanden, Glitzer und der, auch für uns bekannten, typischen Weihnachtsdekoration. Vor allem in Shopping Malls und anderen öffentlichen Orten ist diese Art der Dekoration. Hier gibt es auch die typischen Weihnachtslieder wie „Jingle Bells“ zu hören, die aber, laut Lena, eine weniger große Rolle spielen. Auch Weihnachtsmärkte gibt es. Allerdings kommt wegen des Klimas eine komplett andere Stimmung auf, meint sie. 

Colored Glasses Südafrika

Nia, Volunteer Koordinatorin, hat uns erzählt, was gerade bei Colored Glasses Südafrika passiert: „Right now Coloured Glasses has been put on hold in YFU SA. Previously, we had a visiting member from YFU Estonia who headed our CG program. She facilitated a few training workshops with our volunteers. We haven’t had any CG activity this year as yet as we’ve still been trying to reconstruct our volunteer program in YFU SA. We plan to revive the CG program in the new year with a team of volunteers (a Coloured Glasses Committee). This committee will be in charge of facilitating workshops for local organisations and schools in the area. I am in the process of planning content for the training of these volunteers to prepare for the CG Committee launch next year.“

Vielen Dank und liebe Grüße nach Südafrika. Wir wünschen euch ein wunderschönes Weihnachtsfest! Merry Christmas!

Die westlichen Einflüsse auf Yilbasi

In der Türkei machen Christen nur weniger als 1% der Bevölkerung aus. Trotzdem haben sich weihnachtliche Traditionen, die uns sehr bekannt vorkommen, auf das Land übertragen. Dies sich zu großen Teilen durch den Einfluss der westlichen Film- und Unterhaltungsindustrie erklären lässt. Ein weiterer Einfluss sind die vielen Verwandten in Deutschland, die von den weihnachtlichen Traditionen berichten. Allerdings beziehen sich die Traditionen nicht auf das Weihnachtsfest „Noel“, sondern auf den Jahreswechsel „Yilbasi“.

In den Häusern und Wohnungen finden sich Tannenbäume, die, nicht wie hier als Weihnachtsbäume, sondern als Neujahrsbäume bezeichnet werden. Auch die für uns typische Weihachtsdeko und Märkte kann man hier anlässlich des Jahreswechsels bewundern. Die Adventskelender in der Türkei haben somit auch nicht 24 Türchen, sondern 31. 

Die Weihnachtstage (25. und 26. Dezember) sind für die meisten Menschen in der Türkei unbedeutsam und auch keine Feiertage. Das Fest Yilbasi wird zeitgleich mit unserem Silvester gefeiert. 

Das Fest

Am 31.12. kommen die Familien abends zusammen, um gemeinsam zu essen. Dabei werden Cerkez Tavugu (Tcherkesisches Hühnchen), Yaprak sarmasi (gefüllte Weinblätter), Kestaneli pilav (Reis mit Kastanien) und viele andere Speisen serviert. Nach Mitternacht brechen einige einen Granatapfel, was Segen für das neue Jahr bringen soll. 

Baba Noel

Für die Kinder kommt „Baba Noel“ (der Weihnachtsmann) an Neujahr und bringt Geschenke. An dieser Stelle ein kleiner FunFact: Die Figur des Weihachtsmanns findet ihre Inspiration in der des heiligen Nikolaus, welche im vierten Jahrhundert Bischof von Myra war. Die Stadt lag an der heutigen türkischen Mittelmeerküste. 

Hiermit einen frohen Nikolaustag, eine schöne Weihnachtszeit und Mutlu Yillar!

Die Quellen findest du hier:

Endlich ist die Weihnachtszeit gekommen und viele Menschen in Deutschland freuen sich auf Weihnachtsmärkte, Plätzchen, Punsch und eine gemütliche Zeit im Allgemeinen. Die Traditionen wie beispielsweise der Adventskranz sind geprägt durch das Christentum. Auch die kalte Jahreszeit hat einen großen Einfluss auf die Festlichkeiten und die Stimmung. Wie ist es, wenn dies wegfällt? Abril, eine Colored Glasses/YFU Volunteerin aus Argentinien, hat uns erzählt, wie sie das Weihnachtsfest in ihrer Heimat erlebt. Dort hängt Weihnachten nicht unbedingt mit Religion zusammen. Der eigentliche Grund des Feierns ist das Zusammenkommen der Familie, um sich über das vergangene Jahr auszutzauschen. 

Die weihnachtlichen Bräuche

Auch hier erleuchten ab Anfang Dezember einige Lichterketten die Straßen. Das Dekorieren wird ebenfalls als Anlass genommen, mit der Familie zusammenzukommen. Am 8. Dezember wird gemeinsam der Weihnachtsbaum geschmückt. Dem jüngsten Familienmitglied wird hier die Ehre erteilt, den Stern auf die Krone des Baums zu setzen. Mit der Menge der deutschen Weihnachtsdekoration sei es jedoch nicht ansatzweise zu vergleichen, meint Abril. Viele Weihnachtstraditionen, die hier in Deutschland für gemütliche Stimmung sorgen, sind in Argentinien unpassend. Bei 38-40 Grad Celsius sorgen Lebkuchenmänner, Punsch oder Weihnachtsmützen nicht unbedingt für gute Stimmung. Stattdessen gibt es in Argentinien eigene Traditionen. 

Das Weihnachtsfest mit traditionellen Gerichten

Das Weihnachtsfest wird in der Nacht vom 24.-25.12. gefeiert. Es gibt Unterschiede zwischen den verschiedenen Regionen, weshalb Abril uns nur aus ihrer Perspektive aus San Juan, einer Region in der Nähe von Chile, berichten kann. Auf Grund der Hitze tragen alle sehr luftige, oftmals weiße Kleidung. Die Familien kommen zusammen, um zu feiern. Das gemeinsame Essen findet erst nach Mitternacht statt. Wie auch in Deutschland gibt es einige Gerichte, die nahezu alle Familien zu Weihnachten, aber auch zu Silvester kochen. Sehr bekannt ist zum Beispiel Asado, ein argentinisches Barbecue mit sehr viel Fleisch und Wurst. Viele andere Speisen werden kalt serviert. 

Darunter fallen beispielsweise Sangue de mega, das eine Art Weißbrotsandwich mit Käse und Schinken ist. Auch Vitel tone (Fleischstücke mit einer Anchovie-Tunfischsoße) oder Lengua a la vinagreta (gekochte Kuhzunge mit Kräutern & Gewürzen) werden kalt serviert.

Ensalada Rusa wird sicher einigen deutschen Leser:innen als Mahlzeit am heiligen Abend bekannt vorkommen. Dieser besteht aus Kartoffeln, Erbsen und Karotten. 

Auch am 25. Dezember treffen sich die Familien wieder, um gemeinsam die Reste des Vorabends zu essen. Um der Hitze entgegenzuwirken, verbringen einige den Tag auch in sogenannten Clubs, in denen Pools für Abkühlung sorgen. 

Da der Fokus auf der gemeinsamen Zeit mit der Familie liegt, gibt es auch keine traditionellen argentinischen Weihnachtslieder. Die Musik dient dazu, die Menschen zum feiern und tanzen zu animieren. 

YFU San Juan

Neben den weihnachtlichen Einblicken hat Abril auch ein paar YFU/Colored Glasses Geschehnisse zusammengefasst. Das Team YFU San Juan gab zum ersten Mal einen Workshop über Klischees und Vorurteile für das Ministerium für Sicherheit und Kriminalität. Außerdem sollen Colored Glasses Workshops für Kinder zwischen 4-5 Jahren stattfinden, wofür zur Zeit Ideen gesammelt werden. 

Abril und ihre Brüder (welche heute auch YFU-Volunteers sind)

Danke Abril für die tollen weihnachtlichen Impressionen. Frohe Weihnachten an dich und deine Familie! Feliz Navidad!

Liebe YFU- und Colored Glasses-Enthusiast*innen, 

Endlich ist er da – der neue Jahresbericht von Colored Glasses! 

Colored Glasses ist ein Bildungsangebot von YFU, das jungen Menschen in Workshops die Bedeutung von Akzeptanz und Toleranz nahebringt und mit ihnen über ihren eigenen Blick auf die Welt diskutiert. Diese Werte sind die Grundlagen für das Funktionieren einer vielfältigen Gesellschaft, die wir mitgestalten wollen. Viele denken bei YFU vor allem an den Gastfamilien- und Schulaufenthalten, den interkulturellen Austausch, an die Brücken, die zwischen Menschen aus unterschiedlichen Regionen der Welt gebaut werden und an die tiefgreifende Lernerfahrung junger Menschen. Colored Glasses ergänzt die Umsetzung unserer Bildungsziele, um die Breite der Jugendlichen zu erreichen. Die zahlreichen Colored Glasses-Engagierten helfen auch, Kontakte zu Schulen aufzubauen, die YFU noch nicht kennen und Ehrenamtliche für uns zu begeistern, die nicht mit YFU im Austausch waren. Gleichzeitig können wir bei YFU und Colored Glasses gleichermaßen Ehrenamtliche in der Persönlichkeitsentwicklung begleiten und zivilgesellschaftliches Engagement fördern. Bei all unseren Aktivitäten – sei es bei der Organisation des Jungendaustausches oder bei den Toleranzworkshops – teilen wir dabei denselben Kern, quasi denselben Herzschlag. 

Im Colored Glasses Jahresbericht 2022 erkennt man diesen Herzschlag – den typischen YFU-Spirit! Mit dem überragenden Engagement vieler Ehrenamtlicher konnten im vergangenen Jahr 759 Workshop-Teilnehmende vor allem in den Klassenstufen 7 bis 9 erreicht werden.  Schaut gerne in den Bericht, um zu lesen, was 2022 bei Colored Glasses noch passiert ist: Von Social Media über Vorstands-Treffen, Ehrenamtlichenausbildung, bis hin zum Coaching für den Vorstand zu Themen wie Mitgliedergewinnung und Diversität.  

Vor uns als Verein liegen ganz klar Herausforderungen. Gemeinsam können wir diese sicher meistern. Daher liegt es uns am Herzen, Ehrenamtliche von YFU und Colored Glasses und in der praktischen Arbeit in Zukunft mehr miteinander zu verzahnen, zum Beispiel durch eine bessere Integration in die Landesgruppenarbeit. In einigen Regionen klappt das schon gut und auch im Marketing und der gegenseitigen Bewerbung der Angebote wachsen wir immer weiter zusammen.  

Wir freuen uns daher auf die weitere vertrauensvolle Zusammenarbeit und laden euch ein, als Colored Glasses-Ehrenamtliche und Jugendaustausch-Ehrenamtliche auch gerne mal in die andere Welt hineinzuschnuppern und euch gemeinsam als Teil von YFU zu begreifen! 

Liebe Grüße 

Euer YFU-Vorstand (Rita, Lisa, Simon, Laura und Elise)  

und euer Colored Glasses-Vorstand (Marius, Kevin, Merle, Lena, Nina und Miguel) 

Fun Fact: Wir haben Chat GPT danach gefragt, wie man die Beziehung zwischen YFU und Colored Glasses lustig beschreiben kann. Die Antwort: „YFU und Colored Glasses sind wie ein harmonisches interkulturelles Tango-Duo – sie bringen verschiedene Perspektiven zusammen und tanzen gemeinsam durch die Welt der kulturellen Vielfalt!“ Das ist doch mal eine coole Metapher! 

Den Jahresbericht könnt ihr hier runterladen:  https://coloredglasses.de/wp-content/uploads/2023/07/CG_Jahresbericht_2022_digital.pdf