Mein Name ist Lina und ich mache gerade ein Praktikum bei YFU Deutschland.
Heute Vormittag war ich mit zwei Freiwilligen in einer 7. Klasse, wo wir einen Colored Glasses Workshop durchgeführt haben. Für mich war es der erste Workshop, deshalb wusste ich nicht ganz, was wir machen würden und wie das ganze ablaufen würde. Die Klasse war am Anfang sehr chaotisch und laut, aber nach einer kurzen Zeit, als sie verstanden, worüber wir sprechen würden, sind sie sehr ruhig geworden und haben sich gut an der Diskussion über Flucht und Vorurteile beteiligt.
Ich denke, dass die Klasse heute ein Stückchen mehr zusammen gewachsen ist. Sie wurde erst zu diesem Schuljahr neu zusammen gemischt. Die Leute kannten sich also noch gar nicht so gut. Viele haben aber eigene Erfahrungen geteilt, die dann auch in der ganzen Gruppe diskutiert wurden. Dadurch hat sich die Gruppe besser zusammen gefunden. Außerdem haben die Schüler sich mit so wichtigen Themen wir Flucht und Vorurteile auseinandergesetzt und sich damit sensibilisiert.
Ich fand es sehr interessant, zuzugucken, wie ein Workshop abläuft und bin mir sehr sicher, dass ich im nächsten Colored Glasses Seminar teilnehmen werde, um auch Workshops geben zu können und die Welt dadurch ein Stückchen mehr toleranter zu machen.

Am 28. September war Colored Glasses zu Gast in den Klassen 8a und 8b der Regelschule Östertal. Ziele des Workshops waren sowohl das Erkennen und Hinterfragen von Vorurteilen und Stereotypen als auch eine ausführliche Auseinandersetzung mit dem Thema „Flucht“. Rund 80% der 24 bzw. 25 Schüler*innen beider Klassen haben den Workshop als sinnvoll eingestuft. Oft erwähnten die Schüler*innen, dass sie viel Neues gelernt haben und der Workshop sowohl interessant als auch lustig gewesen sei. Die neuen Informationen stuften sie als sehr relevant ein.

Spezifische Kommentare der anonymen Feedbackbögen machen deutlich, dass die Thematik und Wichtigkeit bei den Teilnehmenden angekommen ist. So wurde zum Beispiel verstanden „was ein Stereotyp ist und was der Unterschied zwischen Stereotyp, Vorurteil und Diskriminierung ist.“. Eine direkte Aussage bekräftigt, dass es Informationen gewesen seien, die für das ganze Leben wichtig sind. Eine weitere Meinung war, dass die Themen des Workshop sinnvoll gewesen seien, „weil man so etwas besprechen muss“. „Man sollte sich mit etwas mehr beschäftigen oder auseinandersetzen, bevor man sich ein Urteil bildet“. Einige Schüler*innen gaben an, dass sie gern mehr über besprochene Themen erfahren würden, wie zum Beispiel Meinungsfreiheit, Diskriminierung oder Auswanderung. Mit nach Hause genommen haben sie vor allem, dass man nicht einfach Menschen „in eine Schublade“ stecken und verurteilen soll, sondern stattdessen versuchen kann, die Perspektive zu wechseln und den ersten Eindruck zu hinterfragen. Viele waren sich einig, dass ihnen besonders das Lernen durch Spiele, an denen alle gemeinsam teilnehmen konnten, viel Spaß gemacht hat.

 

Artikel good impact

Edu Action ist ein Online-Magazin des Portals Good Impact zu neuen Ideen und Innovationen im Bereich Bildung. Den vollständigen Artikel „Workshops für Toleranz – Bildung als Schutzschild gegen die Spaltung der Gesellschaft“ von Lea Jahneke gibt es hier https://goodimpact.org/magazin/bildung-als-schutzschild-gegen-die-spaltung-der-gesellschaft

Erasmus+ Logo

Wir freuen uns sehr darüber, dass Colored Glasses nach dem 2-Jährigen Erasmus+ Projekt CGrow weiterhin ein neues internationales Projekt gewilligt bekommen hat. Gemeinsam mit den YFU Organisationen Österreich, Flandern, Tschechien, Estland, Rumänien, Schweden, Spanien und den beiden Dachorganisationen ESN und ECYC auf europäischer Ebene, wurde das Projekt Active Citizens living European Values (ACLEV) erfolgreich durch EEE YFU beantragt. Die Fördersumme beläuft sich bei insgesamt 300.000€ für die Projektlaufzeit 01.09.2018 bis 31.10.2019.

Im Rahmen des Projekts sollen junge Menschen im Alter von 18-25 Jahren erleben, diskutieren und erarbeiten, was es bedeutet Teil einer aktiven europäischen Zivilgesellschaft zu sein. Mithilfe von interaktiven Colored Glasses Workshops zum Thema Aktive Citizenship und European Values, sollen die Teilnehmenden für die grundsätzlichen Wertvorstellungen unserer Demokratie sensibilisiert werden und gesellschaftliche Teilhabe in Deutschland und der EU gestärkt werden.

Zusätzlich bietet das Projekt durch 3 internationale Kurzaustauschprogramme in Brüssel, einer gemeinsamen europäischen Konferenz mit Vertretern aus Politik und Bildung und einem Young European Seminar, Raum für Begegnung, interkulturellem Lernen und kritisch-reflektierten Austausch.

Ansprechpartnerin für das Projekt in Deutschland ist Sara Klingebiel

Workshop mit Colored Glasses

Vom 15. bis 28. Juli fanden die beiden von der Mercator-Stiftung geförderten Kreativcamps in Halle/Saale und Einsiedeln in der Schweiz statt. Im Programm der beiden Camps standen nicht nur die Sessions mit den Workshopleitenden der Hero Society, in denen die Teilnehmenden der Camps sich zum Beispiel in Artistik, Graffiti, Fotografie und Songwriting ausprobieren konnten, sondern auch Sessions mit den YFU-Volunteers, von denen mehrere aus dem Colored Glasses-Konzept entnommen waren. Zur Vorbereitung auf die Ankunft der Teilnehmenden aus der Türkei machten sich die deutschen und schweizer Teilnehmenden auf eine Reise um die Welt, während der sie lernten, was Stereotype sind und wie sie zu Vorurteilen und Diskriminierung führen können.

Später wurden dann zum Beispiel in gemischten Gruppen mit großer Begeisterung Werte ersteigert, und danach wurde darüber gesprochen, warum jedem von uns verschiedene Dinge wichtig sind. Eines war jedoch allen besonders wichtig: Toleranz – der Wert, den alle Gruppen haben wollten.

Die zwei Wochen in Halle und Einsiedeln waren nicht nur eine wunderbare Quelle für kreative Arbeit, sondern auch für Toleranz und neue interkulturelle Freundschaften.

internationaler Tag gegen Rassismus

Ein klares Zeichen gegen Rassismus setzt der Interkulturelle Rat in Deutschland e.V. diese Jahr erneut durch Ihre “Internationalen Wochen gegen Rassismus”. Im Aktionszeitraum  vom 15. bis 26. März werden bundesweit  Veranstaltungen durchgeführt, die zu diesem Thema aufmerksam machen sollen.

Dieses Jahr finden zwei Schulungen und zahlreiche Workshops in diesem Zeitraum statt, um das Wissen über Toleranz und Diskrimunierung in unseren Schulen zu erweitern und dadurch dazu beizutragen in unserer Gesellschaft ein friedlicheres und toleranteres Miteinander zu fördern.

Wir freuen uns, in diesen ersten Monaten des Jahres, bereits eine hohe Anzahl an Workshops im ganzen Land durchgeführt und noch einige Anfragen bereits auf dem Tisch zu haben. Außerdem werden immer mehr engagierte Jugendliche Teil unseres Teamenden-Netzwerkes, was es uns ermöglicht noch mehr Personen zu erreichen.

In diesem Jahr hat es das Colored Glasses Team geschafft alle Rekorde zu toppen. In 2017 konnten wir die Reichweite unserer Bildungsarbeit um ein Vielfaches erhöhen und unsere Zielgruppen ausweiten. Ein großes Dankeschön an alle fleißigen Helfer*innen.
In diesem Jahr waren insgesamt 120 Teamende für Colored Glasses im Einsatz, um Tolernzworkshops an Gymnasien, Haupt-, Real-, Ganztags-, Berufs- und Grundschulen und in der außerschulischen Jugendbildung durchzuführen. Bis dato wurden bereits 130 Workshops in der gesamten Bundesrepublik durchgeführt. Damit konnten wir unsere Reichweite auf 2600 Teilnehmende erhöhen (vgl. 2016: 1900 Teilnehmende).
Um Colored Glasses weiter zu entwickeln, haben wir in diesem Jahr insgesamt 160 neue Ehrenamtliche nach neuem Konzept geschult. Eine volle Schulung umfasst ein ganzes Wochenende und befähigt die Ehrenamtlichen sich auch in der Seminararbeit bei YFU zu engagieren.
Besonders froh sind wir in diesem Jahr über unsere Unterstützer*innen, die die Reichweite von Colored Glasses überhaupt erst möglich machen konnten. Insgesamt konnten wir über Rechnungen und Spenden knapp 10.000€ einnehmen, womit ein großer Teil der Sachkosten gegenfinanziert werden konnte.

Colored Glasses ist auf Spenden angewiesen und jeder Euro zählt. Mit 500€ können wir eine gesamte Schulung für Ehrenamtliche finanzieren und mit 150€ kann ein Toleranzworkshop gefördert werden. Für 30€ können wir Material für eine Schulung oder einen Workshop gegenfinanzieren.

Jetzt könnt ihr Toleranz verschenken, indem ihr dieses Projekt unterstützt.

Ehrenamt

Colored Glasses kann nur funktionieren, da wir unsere engagierten Ehrenamtlichen haben, die Workshops koordinieren, durchführen und neue Ehrenamtliche schulen.

Saskia Brandstäter ist eine unserer Ehrenamtlichen die derzeit zusammen mit ihren Teamkolleginen unsere Workshops in Sachsen/Sachsen-Anhalt und Thüringen koordiniert. Im folgenden können Sie erfahren, was Saskia an Colored Glasses schätzt und warum Sie sich für dieses Projekt engagiert.

Wie lange bist du schon bei Colored Glasses? Warum hast du dich entschieden bei CG aktiv zu werden?

Ich habe vor vier Jahren meinen ersten Workshop mitgeteamt. Dazu kam es eigentlich eher zufällig: Weil in Wittenberg, wo ich zu der Zeit gewohnt habe, noch Teamende gesucht wurden, habe ich vorher noch schnell die Kurzschulung auf dem Herbst-Aktiven-Treffen von YFU besucht und es dann einfach mal ausprobiert.

Wie war dein erster Workshop, den du selbst mitgeteamt habt? Warst du nervös/aufgeregt?

Natürlich war ich ein bisschen aufgeregt, doch dann war ich total erstaunt, dass die Schüler*innen so viel Respekt vor mir hatten, obwohl ich gerade erst selbst aus der Schule raus war. Vor allem aber hat es richtig viel Spaß gemacht hat. …sonst wäre ich wohl auch nicht mehr dabei…

Wie kam es dazu, dass du zur CG-Koordinatorin wurdet? Was sind deine Aufgaben?

Birte und Lena waren nur zu zweit, haben Unterstützung gesucht und mich gefragt, ob ich Lust hätte. Da habe ich kurz überlegt und ja gesagt. – So einfach kann’s gehen… Unsere Aufgaben sind einerseits der Kontakt mit den Schulen, an denen wir die Workshops durchführen sowie die Teamsuche für die Workshops. Andererseits gehören aber auch Öffentlichkeitsarbeit und das Schulen neuer Teamender dazu.

Was macht CG zu etwas Besonderem? Was reizt dich an der Arbeit?

Innerhalb von YFU ist Colored Glasses meiner Meinung nach besonders, weil die Zielgruppe wesentlich größer ist als bei den Austauschprogrammen. Besonders reizvoll ist außerdem, dass CG sich nicht zuletzt durch die EU- Förderung sehr stark entwickelt, und dass man Teil dieser Entwicklung sein kann und immer viel Freiraum für neue Ideen ist.

Was macht dir besonders Spaß? Woraus nimmst du deine Motivation?

Obwohl ich die Koordinationsarbeit auch gerne mache, macht mir das Teamen der Workshops immer noch am meisten Spaß. Motivierend ist dabei, dass es fast immer direktes Feedback gibt und selbst wenn ein Workshop mal nicht so gut läuft, gibt es eigentlich trotzdem jedes Mal ein paar Schüler oder Schülerinnen, bei denen man das Gefühl hat, dass sie über die Themen nachdenken und etwas mitnehmen von dem Workshop. Das ist wie eine Belohnung und motiviert, weiterzumachen.

Was bedeutet Colored Glasses für dich?

Colored Glasses ist für mich die Möglichkeit, mit Schulklassen Themen zu bearbeiten, die im normalen Schulalltag zu kurz kommen. Es ist jedes Mal eine Herausforderung, sich auf eine neue Gruppe einzustellen, aber deswegen wird es auch nie langweilig und man lernt selbst noch sehr viel dabei.

Bringen unsere Workshops wirklich was? Ja, genau das wollen wir erfahren. Deshalb wird Colored Glasses in Deutschland wissenschaftlich unter die Lupe genommen.

Um zu überprüfen, ob die gewünschten Wirkungen der Workshops nachhaltig erzielt werden, wird aktuell eine wissenschaftliche, von Erasmus+ geförderte Begleitstudie in Kooperation mit der FernUniversität in Hagen (Dr. Julia Zimmermann) durchgeführt. In diesem Rahmen sollen Schülerinnen und Schüler zu Ihren persönlichen Einstellungen und Kompetenzen in Bezug auf Diversität befragt werden.

Um die Nachhaltigkeit der Colored Workshops untersuchen zu können, ist die Studie als Längsschnittstudie angelegt: Die erste Befragung wird unmittelbar vor dem Workshop und die zweite ca. 3 Monate später durchgeführt.

Ende 2018 werden die Daten vorliegen. Wir sind sehr gespannt und bedanken uns bei allen für die Unterstützung! Bei Fragen stehen wir allen gerne zur Verfügung!

Seit letzten Winter wird durch das Erasmus+ Programm der Europäischen Union unser Projekt mitfinanziert um es europaweit auszubauen. In den folgenden zwei Jahren geht es um folgendes:

  • Noch mehr Jugendliche durch Workshops erreichen
  • Ausbau eines gemeinsamen Qualitätsmanagements
  • Ausbau von Trainings und Schulungen für unsere Ehrenamtliche
  • Schulungen durch Trainern aus anderen Ländern um Erfahrungen auszutauschen
  • Konzept in 6 Sprachen übersetzen
  • Eine weitere Studie über Colored Glasses

Beteiligt an diesem Projekt (CGrow) sind: European Educational Exchange-Youth for Understanding (EEE), Youth for Exchange and Understanding (YEU), Organising Bureau of European School Student Unions (OBESSU), Fern Uni Hagen und sieben Ländern in denen CG entweder ausgebaut oder aufgebaut werden soll.

Weitere Informationen und ein Newsletter über den Fortschrit des Programmes, finden Sie auf unter folgendem Link.