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Wie unterschiedlich die Weihnachtstraditionen in verschiedenen Ländern sind, wurde auch schon in den Blogbeiträgen zu Argentinien, Südafrika und der Türkei deutlich. Diesmal richtet sich unser Blick nocheinmal nach Südamerika – genauer gesagt, nach Paraguay. Hierzu hat uns YFU-Volunteer Sandra aus Paraguay einige Einblicke gegeben.

YFU Paraguay

Colored Glasses hat auch eine besondere Beziehung zu YFU Paraguay: seit ca. 5 Jahren werden unter der spanischen Übersetzung unsere Namens „Lentes de Colores“ hier ebenfalls Toleranzworkshop von YFU-Ehrenamtlichen an Schulen durchgeführt. Dabei haben in den letzten Jahren YFU-Freiwilligendienstleistende aus Deutschland und anderen Ländern das Programm maßgeblich mitgestaltet. Engagierte Ehrenamtliche aus Deutschland haben den Aufbau des Programms außerdem mit digitalen Trainings und vielen Tipps unterstützt.

Die weihnachtlichen Traditionen in Paraguay

Draußen sind es 39 Grad Celsius. Die Sonne strahlt vom Himmel. Alles ist mit rotem Schmuck und Kokosblüten geschmückt, die einen angenehmen Kokosduft verströmen. Bei jedem Haus stehen kleine Krippen, vor denen Kokosblüten und Früchte wie Honigmelonen, Ananas, Bananen, Papayas und Mangos als Geschenke für das Christkind abgelegt werden. Die älteren Generationen der Familien besuchen dann die Häuser der Jüngeren, um die prachtvollen Krippen zu betrachten. 

Da 88,2% der Bevölkerung katholisch sind, kommen in der Woche vor Weihnachten die benachbarten Familien zusammen, um gemeinsam den Rosenkranz zu beten. Der letzte Tag des Betens ist der 25.12. – der erste Weihnachtsfeiertag.

Das Festessen

Ähnlich zur Feier in Argentinien, finden sich die Familien am Abend des 24.12. zusammen, um gemeinsam zu Abend zu essen. Jede Familie bringt hierzu ein Gericht mit. Traditionell sind das beispielsweise Gerichte, wie auch in Argentinien, Lengua a la Vinagreta (gekochte Kuhzunge mit Knoblauch, Petersilie und anderen Gwürzen) oder auch Asado (Barbecue). Aber auch Paraguayan Soup, was eine Art Maisbrot ist, welches als Beilage gereicht wird. Dazu wird Clerico, eine Art Bowle aus Früchten und Wein oder einem Softgetränk, in einem Tonkrug serviert. Bei vielen Familien erfreut sich das italienische Gebäck Pantonne großer Beliebtheit und wird ebenfalls zu Weihnachten gegessen. Das Essen bildet einen zentralen Aspekt des Weihnachtsfests.

Die Weihnachtsnacht

Danach warten alle gespannt auf 00:00 Uhr, um sich zu umarmen und sich gegenseitig Frohe Weihnachten zu wünschen. Gemeinsam werden auch traditionelle Weihnachtslieder wie „Dos trocitos de mandera“ oder „Navidad del Paraguay“ gehört und gesungen. Geschenke werden den Kindern an diesem Abend noch keine überreicht. Dies geschieht erst am 6. Januar, denn in Paraguay bringen nicht der Weihnachtsmann oder das Christkind die Geschenke, sondern die heiligen drei Könige. 

Danke Sandra für die tollen weihnachtlichen Impressionen. Frohe Weihnachten an dich und deine Familie! Feliz Navidad!

Weihnachten in Südafrika

„Ich liebe es Weihnachten zu feiern – mitten im Sommer, draußen, mit Freunden und den Liebsten. Es ist sehr sommerlich, und heiß, das perfekte Strandwetter“, schreibt Lena, eine YFU Volunteerin aus Südafrika. 

Während die westliche Hemiphere ein gemütliches, manchmal weißes Weihnachten feiert, sieht in Ländern der südlichen Hemisphere ganz anders aus. Auch dort ist Weihnachten ein großes Fest, bei dem Familien und Freunde teils weite Wege auf sich nehmen, um gemeinsam mit ihren Liebsten Weihnachten zu feiern. Anders als in Deutschland oder auch Argentinien spielt der Abend des 24.12. in Südafrika keine große Rolle. Das Fest startet am 25.12., dem ersten richtigen Weihnachtsfeiertag. 

Das Fest(essen)

Lena berichtet, dass viele Familien entweder an den Strand fahren, um dort gemeinsam zu feiern oder zu Hause ein traditionelles Barbecue („braai“) veranstalten. Ihre liebste Art zu feiern ist es, wenn alle zusammenkomen und jeder etwas anderes zu essen mitbringt. Die Tische sind voll mit Vorspeisen, Salaten, Gebäck, Beilagen, Desserts und vor allem viel Fleisch. „Südafrikaner sind echte Kanivoren“, schreibt Lena. Ein typisches Dessert wurde von den Briten übernommen: der Trifle. Dieser besteht aus verschiedenen Schichten: einer dünnen Schicht aus Löffelbiscuit oder Biscuit Kuchen, welche in Sherry oder einem anderen Likörwein getränkt wird, einer Fruchteinlage, Vanillesauce und Schlagsahne. 

Die Szenerie

Einige Menschen dekorieren einen Baum – hin und wieder gibt es sogar dekorierte Palmen – mit Girlanden, Glitzer und der, auch für uns bekannten, typischen Weihnachtsdekoration. Vor allem in Shopping Malls und anderen öffentlichen Orten ist diese Art der Dekoration. Hier gibt es auch die typischen Weihnachtslieder wie „Jingle Bells“ zu hören, die aber, laut Lena, eine weniger große Rolle spielen. Auch Weihnachtsmärkte gibt es. Allerdings kommt wegen des Klimas eine komplett andere Stimmung auf, meint sie. 

Colored Glasses Südafrika

Nia, Volunteer Koordinatorin, hat uns erzählt, was gerade bei Colored Glasses Südafrika passiert: „Right now Coloured Glasses has been put on hold in YFU SA. Previously, we had a visiting member from YFU Estonia who headed our CG program. She facilitated a few training workshops with our volunteers. We haven’t had any CG activity this year as yet as we’ve still been trying to reconstruct our volunteer program in YFU SA. We plan to revive the CG program in the new year with a team of volunteers (a Coloured Glasses Committee). This committee will be in charge of facilitating workshops for local organisations and schools in the area. I am in the process of planning content for the training of these volunteers to prepare for the CG Committee launch next year.“

Vielen Dank und liebe Grüße nach Südafrika. Wir wünschen euch ein wunderschönes Weihnachtsfest! Merry Christmas!

Die westlichen Einflüsse auf Yilbasi

In der Türkei machen Christen nur weniger als 1% der Bevölkerung aus. Trotzdem haben sich weihnachtliche Traditionen, die uns sehr bekannt vorkommen, auf das Land übertragen. Dies sich zu großen Teilen durch den Einfluss der westlichen Film- und Unterhaltungsindustrie erklären lässt. Ein weiterer Einfluss sind die vielen Verwandten in Deutschland, die von den weihnachtlichen Traditionen berichten. Allerdings beziehen sich die Traditionen nicht auf das Weihnachtsfest „Noel“, sondern auf den Jahreswechsel „Yilbasi“.

In den Häusern und Wohnungen finden sich Tannenbäume, die, nicht wie hier als Weihnachtsbäume, sondern als Neujahrsbäume bezeichnet werden. Auch die für uns typische Weihachtsdeko und Märkte kann man hier anlässlich des Jahreswechsels bewundern. Die Adventskelender in der Türkei haben somit auch nicht 24 Türchen, sondern 31. 

Die Weihnachtstage (25. und 26. Dezember) sind für die meisten Menschen in der Türkei unbedeutsam und auch keine Feiertage. Das Fest Yilbasi wird zeitgleich mit unserem Silvester gefeiert. 

Das Fest

Am 31.12. kommen die Familien abends zusammen, um gemeinsam zu essen. Dabei werden Cerkez Tavugu (Tcherkesisches Hühnchen), Yaprak sarmasi (gefüllte Weinblätter), Kestaneli pilav (Reis mit Kastanien) und viele andere Speisen serviert. Nach Mitternacht brechen einige einen Granatapfel, was Segen für das neue Jahr bringen soll. 

Baba Noel

Für die Kinder kommt „Baba Noel“ (der Weihnachtsmann) an Neujahr und bringt Geschenke. An dieser Stelle ein kleiner FunFact: Die Figur des Weihachtsmanns findet ihre Inspiration in der des heiligen Nikolaus, welche im vierten Jahrhundert Bischof von Myra war. Die Stadt lag an der heutigen türkischen Mittelmeerküste. 

Hiermit einen frohen Nikolaustag, eine schöne Weihnachtszeit und Mutlu Yillar!

Die Quellen findest du hier:

Endlich ist die Weihnachtszeit gekommen und viele Menschen in Deutschland freuen sich auf Weihnachtsmärkte, Plätzchen, Punsch und eine gemütliche Zeit im Allgemeinen. Die Traditionen wie beispielsweise der Adventskranz sind geprägt durch das Christentum. Auch die kalte Jahreszeit hat einen großen Einfluss auf die Festlichkeiten und die Stimmung. Wie ist es, wenn dies wegfällt? Abril, eine Colored Glasses/YFU Volunteerin aus Argentinien, hat uns erzählt, wie sie das Weihnachtsfest in ihrer Heimat erlebt. Dort hängt Weihnachten nicht unbedingt mit Religion zusammen. Der eigentliche Grund des Feierns ist das Zusammenkommen der Familie, um sich über das vergangene Jahr auszutzauschen. 

Die weihnachtlichen Bräuche

Auch hier erleuchten ab Anfang Dezember einige Lichterketten die Straßen. Das Dekorieren wird ebenfalls als Anlass genommen, mit der Familie zusammenzukommen. Am 8. Dezember wird gemeinsam der Weihnachtsbaum geschmückt. Dem jüngsten Familienmitglied wird hier die Ehre erteilt, den Stern auf die Krone des Baums zu setzen. Mit der Menge der deutschen Weihnachtsdekoration sei es jedoch nicht ansatzweise zu vergleichen, meint Abril. Viele Weihnachtstraditionen, die hier in Deutschland für gemütliche Stimmung sorgen, sind in Argentinien unpassend. Bei 38-40 Grad Celsius sorgen Lebkuchenmänner, Punsch oder Weihnachtsmützen nicht unbedingt für gute Stimmung. Stattdessen gibt es in Argentinien eigene Traditionen. 

Das Weihnachtsfest mit traditionellen Gerichten

Das Weihnachtsfest wird in der Nacht vom 24.-25.12. gefeiert. Es gibt Unterschiede zwischen den verschiedenen Regionen, weshalb Abril uns nur aus ihrer Perspektive aus San Juan, einer Region in der Nähe von Chile, berichten kann. Auf Grund der Hitze tragen alle sehr luftige, oftmals weiße Kleidung. Die Familien kommen zusammen, um zu feiern. Das gemeinsame Essen findet erst nach Mitternacht statt. Wie auch in Deutschland gibt es einige Gerichte, die nahezu alle Familien zu Weihnachten, aber auch zu Silvester kochen. Sehr bekannt ist zum Beispiel Asado, ein argentinisches Barbecue mit sehr viel Fleisch und Wurst. Viele andere Speisen werden kalt serviert. 

Darunter fallen beispielsweise Sangue de mega, das eine Art Weißbrotsandwich mit Käse und Schinken ist. Auch Vitel tone (Fleischstücke mit einer Anchovie-Tunfischsoße) oder Lengua a la vinagreta (gekochte Kuhzunge mit Kräutern & Gewürzen) werden kalt serviert.

Ensalada Rusa wird sicher einigen deutschen Leser:innen als Mahlzeit am heiligen Abend bekannt vorkommen. Dieser besteht aus Kartoffeln, Erbsen und Karotten. 

Auch am 25. Dezember treffen sich die Familien wieder, um gemeinsam die Reste des Vorabends zu essen. Um der Hitze entgegenzuwirken, verbringen einige den Tag auch in sogenannten Clubs, in denen Pools für Abkühlung sorgen. 

Da der Fokus auf der gemeinsamen Zeit mit der Familie liegt, gibt es auch keine traditionellen argentinischen Weihnachtslieder. Die Musik dient dazu, die Menschen zum feiern und tanzen zu animieren. 

YFU San Juan

Neben den weihnachtlichen Einblicken hat Abril auch ein paar YFU/Colored Glasses Geschehnisse zusammengefasst. Das Team YFU San Juan gab zum ersten Mal einen Workshop über Klischees und Vorurteile für das Ministerium für Sicherheit und Kriminalität. Außerdem sollen Colored Glasses Workshops für Kinder zwischen 4-5 Jahren stattfinden, wofür zur Zeit Ideen gesammelt werden. 

Abril und ihre Brüder (welche heute auch YFU-Volunteers sind)

Danke Abril für die tollen weihnachtlichen Impressionen. Frohe Weihnachten an dich und deine Familie! Feliz Navidad!

Liebe YFU- und Colored Glasses-Enthusiast*innen, 

Endlich ist er da – der neue Jahresbericht von Colored Glasses! 

Colored Glasses ist ein Bildungsangebot von YFU, das jungen Menschen in Workshops die Bedeutung von Akzeptanz und Toleranz nahebringt und mit ihnen über ihren eigenen Blick auf die Welt diskutiert. Diese Werte sind die Grundlagen für das Funktionieren einer vielfältigen Gesellschaft, die wir mitgestalten wollen. Viele denken bei YFU vor allem an den Gastfamilien- und Schulaufenthalten, den interkulturellen Austausch, an die Brücken, die zwischen Menschen aus unterschiedlichen Regionen der Welt gebaut werden und an die tiefgreifende Lernerfahrung junger Menschen. Colored Glasses ergänzt die Umsetzung unserer Bildungsziele, um die Breite der Jugendlichen zu erreichen. Die zahlreichen Colored Glasses-Engagierten helfen auch, Kontakte zu Schulen aufzubauen, die YFU noch nicht kennen und Ehrenamtliche für uns zu begeistern, die nicht mit YFU im Austausch waren. Gleichzeitig können wir bei YFU und Colored Glasses gleichermaßen Ehrenamtliche in der Persönlichkeitsentwicklung begleiten und zivilgesellschaftliches Engagement fördern. Bei all unseren Aktivitäten – sei es bei der Organisation des Jungendaustausches oder bei den Toleranzworkshops – teilen wir dabei denselben Kern, quasi denselben Herzschlag. 

Im Colored Glasses Jahresbericht 2022 erkennt man diesen Herzschlag – den typischen YFU-Spirit! Mit dem überragenden Engagement vieler Ehrenamtlicher konnten im vergangenen Jahr 759 Workshop-Teilnehmende vor allem in den Klassenstufen 7 bis 9 erreicht werden.  Schaut gerne in den Bericht, um zu lesen, was 2022 bei Colored Glasses noch passiert ist: Von Social Media über Vorstands-Treffen, Ehrenamtlichenausbildung, bis hin zum Coaching für den Vorstand zu Themen wie Mitgliedergewinnung und Diversität.  

Vor uns als Verein liegen ganz klar Herausforderungen. Gemeinsam können wir diese sicher meistern. Daher liegt es uns am Herzen, Ehrenamtliche von YFU und Colored Glasses und in der praktischen Arbeit in Zukunft mehr miteinander zu verzahnen, zum Beispiel durch eine bessere Integration in die Landesgruppenarbeit. In einigen Regionen klappt das schon gut und auch im Marketing und der gegenseitigen Bewerbung der Angebote wachsen wir immer weiter zusammen.  

Wir freuen uns daher auf die weitere vertrauensvolle Zusammenarbeit und laden euch ein, als Colored Glasses-Ehrenamtliche und Jugendaustausch-Ehrenamtliche auch gerne mal in die andere Welt hineinzuschnuppern und euch gemeinsam als Teil von YFU zu begreifen! 

Liebe Grüße 

Euer YFU-Vorstand (Rita, Lisa, Simon, Laura und Elise)  

und euer Colored Glasses-Vorstand (Marius, Kevin, Merle, Lena, Nina und Miguel) 

Fun Fact: Wir haben Chat GPT danach gefragt, wie man die Beziehung zwischen YFU und Colored Glasses lustig beschreiben kann. Die Antwort: „YFU und Colored Glasses sind wie ein harmonisches interkulturelles Tango-Duo – sie bringen verschiedene Perspektiven zusammen und tanzen gemeinsam durch die Welt der kulturellen Vielfalt!“ Das ist doch mal eine coole Metapher! 

Den Jahresbericht könnt ihr hier runterladen:  https://coloredglasses.de/wp-content/uploads/2023/07/CG_Jahresbericht_2022_digital.pdf

Denke an eine Person oder einen Ort, den du mit deinem Austauschjahr oder YFU verbindest. Wieso denkst du gerade an diese Person, was ist für dich das besondere an dem Ort? Erzähle deine Geschichte.

Mit dieser Reflexion begannen wir eine moderne Art des Geschichtenerzählens zu erkunden. In Mollina, Spanien, umringt von trockener Erde und Olivenhainen erlernten weitere 23 YFU-Aktive und ich die Methode des digital storytelling, indem wir unsere eigene Geschichte digital erzählten. 

Für manche war es eine lange Reise nach Spanien, zum Teil kamen Teilnehmerinnen aus Lateinamerika oder Asien. Für mich war es eine lange Reise in die Vergangenheit. Vor bereits 10 Jahren habe ich mein Austauschjahr in Uruguay verbracht. Dank YFU-Arbeit entsteht zwar häufig das Gefühl der Austausch geht nie zu Ende. Aber zu überlegen, wieso mir, mit der obigen Frage konfrontiert, direkt meine Gastmutter Adriana einfiel, wieso sie so wichtig ist für meine Geschichte, lies mich viel existentialistischer Zurückkehren. Ich weiß wie meine Werte, meine Wahrnehmung und mein Verhalten sich aufgrund meiner YFU-Erfahrungen verändert haben. Aber wenn man seine Geschichte erzählt, dann holt man diese abstrakte Ebene auf den Boden seines eigenen Lebens zurück und versteht plötzlich Entscheidungen, die man getroffen aber nie ganz verstanden hat. Geschichten sind nicht nur für das in die Jahre gekommene Kulturhaus das Fundament, sondern auch für jeden einzelnen Menschen. Somit eröffnet sich YFU ein ganz neuer Horizont an Möglichkeiten  fundamentaler und persönlicher Reflexionsarbeiten. 

Digitale Geschichten werden in drei Schritten erzählt. Zunächst wird der Inhalt erstellt. Angefangen mit der Reflexion wird überlegt, welche Geschichte erzählt werden möchte und welche Bedeutung sie hat. Dabei ist es wichtig, dass es um seine eigene Geschichte geht und nicht die von jemand anderem. Es kann ein Moment beschrieben werden, der einem als ausschlaggebend erscheint. Was hat sich verändert, welche Gefühle spielten dabei eine Rolle und wieso war das so wichtig? 

In etwa eine Seite Text soll auf diese Weise entstehen, der dann im zweiten Schritt vertont wird. 

Mit einem Mikrofon nimmt man seine Erzählung auf und überlegt, ob man noch weitere Tonspuren hinzufügen will. Ich wählte einen, für uns 4/4tler sehr chaotisch klingenden, afrikanischen Takt aus 7 Schlägen, nahm ihn auf und legte ihn unter meine Stimme. Er symbolisiert, wie Adriana, mein sehr logisches Denken um einen eher spirituellen, gefühlsinduzierten und dadurch chaotisch wirkenden Modus erweiterte, um den es in meiner Geschichte geht. 

Im dritten Schritt müssen sich die Erzählenden überlegen, wie sie, das was sie mitteilen und zum Ausdruck bringen möchten, verbildlichen können. Künstlerisch begabte können Bilder malen und animieren. Neues und auch altes Videomaterial wird auf die Tonspur geschnitten. Beim digital storytelling lernt man also auch ein bisschen software-Handwerk. 

Als Resultat des Seminars erhielten wir auf diese Weise 23 sehr persönliche Kurzfilm-Geschichten, manche bewegend, manche sehr lustig, aber alle ehrlich und nachvollziehbar. 

So wie mir als Erzählerin die Reflexion am meisten gebracht hatte, empfand ich auch die Bedeutungskraft in den anderen Filmen als stark beeindruckend. Einige erklärten sich bereit ihre Filme für YFU-Öffentlichkeitsarbeiten zur Verfügung zu stellen. 

Gerade für die Gastfamiliensuche sehe ich in den digital stories ein motivierendes Potential. Wir hatten eine Gastmutter aus Italien dabei, die sehr rührend erzählte, wie sie ihren ersten Sohn in die Familie aufnahm. Aber auch problematische Geschichten können beruhigen und helfen die eigenen Probleme zu sortieren. Das Erstellen weiterer Videos ist außerdem eine schöne Arbeit für die Kooperation mit Gastfamilien und vielleicht auch eine gute Methode für die Nachbereitung derselben. Die Wege müssen noch gefunden werden, aber YFU hat einen weiteren Schritt mit der Modernisierung gemacht und sich eine neue digitale Methode erschlossen.

Autorin: Enya B.-S.

Dies ist einer von zwei Berichten zur Fortbildung Digital Storytelling. Hier ist die Colored Glasses Perspektive von Meryem.

Seit nun vielen Jahren arbeiten YFU und Teach First eng zusammen. Zuletzt haben wir von der tollen Kooperation mit Teach First in Sachsen berichtet.

Nun wurden wir zum Markt der Möglichkeiten von Teach First in Hamburg eingeladen, um den aktuellen „Fellows“ in der Region Colored Glasses näher zu bringen. Fellows sind junge Menschen, die für zwei Jahre, in Vollzeit und vergütet an Brennpunktschulen als zusätzliche Kraft arbeiten und dafür kämpfen die Erfolgschancen der Schüler*innen zu erhöhen.

Auf dem Markt der Möglichkeiten waren 20 verschiedene Initiativen anwesend, die tolle Projekte im Gepäck hatten. So wurde u.a. ein Schulgaren/Nachbarschaftsprojekt, ein Olympiasportprojekt und ein Sexualkundeprojekt vorgestellt. Insgesamt war der Nachmittag mit tollen Gesprächen und viel Motivation und Schaffenskraft gefüllt. Auch die Colored Glasses Toleranzworkshops kamen sehr gut bei den Fellows an. Viele berichteten, dass in ihren Stadtteilschulen zum Teil ein sehr hoher Migrationsanteil vorhanden wäre und insbesondere das Thema Umgang mit multikulturellen Gruppen sehr relevant sei.

Wir freuen uns sehr auch in Zukunft dort Toleranz-Workshops anzubieten, wo unsere Hilfe wirklich gebraucht wird.

Ihr wollt unsere Arbeit ebenfalls unterstützen?  Dann spende jetzt an Colored Glasses!https://coloredglasses.de/foerdern-spenden/ueber-colored-glasses-2/

„Durch die Workshops erreichen wir unglaublich viele Schülerinnen und Schüler im Sinne unserer Bildungsziele. Genau deswegen werden wir Colored Glasses in Zukunft noch stärker unterstützen“.

Diese Worte surrten frisch in unseren Köpfen als wir uns am ersten Juliwochenende in Hamburg in das Sommertreffen stürzten. Knut aus der Geschäftsführung und Julika aus dem YFU-Vorstand gaben uns diese Botschaft persönlich mit auf dem Weg für unser jährliches CG-Strategietreffen.

Warum ein Sommertreffen? Was passiert denn dort?

Der CG-Vorstand lenkt die Geschicke von Colored Glasses in Deutschland und bildet den Verknüpfungspunkt zu gemeinsamen Initiativen auf europäischer Ebene. In erster Linie soll sichergestellt werden, dass in allen Regionen Deutschlands Teamende und Koordinator*innen vorhanden sind und gute Bedingungen vorfinden, um Workshops und Trainings reibungslos durchführen zu können.

Weiterhin stehen die Motivation des Teams und Fundraising an erster Stelle für die Weiterentwicklung von CG! Hierfür sind Kommunikationsmaßnahmen, Fortbildungen und insgesamt simple Abläufe sehr wichtig. Gemeinsam haben wir uns hier den aktuellen Stand unserer Strukturen angeschaut und Möglichkeiten diskutiert, um uns hier zu verbessern.

Im Bereich Kommunikation ist an diesem Wochenende die Notwendigkeit für die Weiterentwicklung unseres Marketings besprochen worden, um besser unsere Teamenden zu erreichen. Wir möchten z.B. unseren Instagram Account dahingehend weiter optimieren. Außerdem soll es das erste offizielle T-Shirts für unsere Teamenden und Fans geben – und vielleicht noch ein paar „tragbare“ Überaschungen dazu 😉

Administrative Aspekte wie die Finanzierung aktueller und zukünftiger CG-Aktivitäten, die Arbeitsweise und Struktur des CG-Vorstands kamen bei der Gelegenheit auf den Tisch. All diese Punkte bilden das Rückgrat von Colored Glasses und machen eine permanente Anpassung an die aktuellen Entwicklungen erforderlich. Folglich wurden viele Themen diskutiert, Ideen gesammelt, überarbeitet, verworfen, wieder aufgegriffen, neue Impulse eingearbeitet, fortentwickelt, unter verschiedenen Gesichtspunkten betrachtet und eine gemeinsame Basis für die zukünftige Zusammenarbeit gefunden. Hier fällt insbesondere die angestrebte enge Verzahnung von YFU und Colored Glasses ins Gewicht. Auf dieser Ebene sollen mehr Synergien zwischen Austauschprogrammen und CG genutzt und für beide Seiten gewinnbringend eingesetzt werden. Insbesondere im Marketing werden hier durch ein Ende 2019 gegründetes Projekt zwischen Geschäftsstelle und CG-Vorstand noch weitere Maßnahmen entwickelt werden (z.B. Poster, Darstellungen auf den Internetseiten…).

Im Jahr 2021 möchte Colored Glasses Deutschland seinen 20 Geburtstag feiern! Aber wie feiert man das am besten? Und wo? Und wer wird alles eingeladen? Auf dem Sommertreffen haben wir erste Ideen dazu gesammelt und gehen nun in die Planung.

Der Kontakt zu European Educational Exchanges (EEE) in Brüssel wird weiterhin fleißig gepflegt. Wir sind sehr glücklich darüber mehrere unserer sehr engagierten Teamenden und Koordis aus Deutschland zu der ACLEV-Abschlusskonferenz im Herbst nach Brüssel senden zu dürfen. Das Ende dieser EU-Förderung stimmt uns aber nicht traurig, denn die nächste Förderphase steht schon auf der Türschwelle: ab November heißt es “ENGAGE – Engaging New Generations for Europe”. Wir halten euch hierzu auf dem Laufenden!

Noch eine tolle Neuigkeit aus der EU-Ecke: Ab Ende des Jahres wird CG wieder von Freiwilligen des European Voluntary Service (EVS) unterstützt. Die Zusage von zwei Förderungen gibt uns einen großen Schub und mehr Planungssicherheit, sodass übersprudelnde Ideen für abwechslungsreiche Aufgabenbereiche die Folge sind.

Es tut sich viel bei Colored Glasses und wir sind gespannt, wo wir zum nächsten Sommertreffen stehen werden!

Vom 19.-21.Mai 2019 fand in Bonn die Fachtagung „Lernen wie Erasmus – denn Austausch bildet“ statt. Ziel der Tagung des Pädagogischen Austauschdienstes war es interessierte Lehrkräfte bei der Internationalisierung ihrer Schulen zu helfen. Insgesamt kamen rund 200 Lehrkräfte aus der gesamten Bundesrepublik zusammen, um sich über erfolgreich durchgeführte Projekte auszutauschen und neue Projektideen zu entwickeln.

Colored Glasses durfte sich mit dem aktuellen Projekt ACLEV (Active Citizens Living European Values) vorstellen und einen Workshop zum interkulturellen Lernen durchführen. Die Begeisterung war groß und der direkte Austausch mit Lehrkräften sehr produktiv.

Als einzige anwesende Austauschorganisation konnten wir mit YFU und Colored Glasses Gesicht zeigen und die Erfahrungen von über 60 Jahren Schüleraustausch einbringen. Besonderes freuen wir uns darüber, dass das sächsische Kultusministerium uns zu einem weiteren Kooperationsgespräch eingeladen hat. Gemeinsam schrieben wir die Erfolgsgeschichte weiter.

Ein großer Dank geht an dieser Stelle vom YFU Vorstand an alle aktiven Colored Glasses Mitarbeiter*innen für ihren Einsatz im vergangenen Jahr!

Sara Klingebiel berichtet auf dem Vereinsrat des Deutschen Youth For Understanding Komitee e.V. Anfang Mai über die Arbeit von Colored Glasses sowie die neuen Angebote, die nun auch Europathemen und Workshops zu aktiver Zivilgesellschaft beinhalten. Im Jahr 2018 haben 164 Workshops stattgefunden an denen 3.280 Jugendliche teilnahmen. Es wurden 14 Schulungen durchgeführt, um mehr als 100 neue Ehrenamtliche einzuweisen. Damit handelt es sich um das bisher aktivste Jahr seit dem Bestehen von Colored Glasses. Das YFU-Bildungsangebot wird vermehrt durch EU-Projekte gefördert und baut sein Netzwerk national und innereuropäisch stetig weiter aus, wodurch die Wahrnehmung und Sichtbarkeit erhöht wird. Colored Glasses erfährt im Verein einen großen Rückhalt und soll auch zukünftig weiter finanziert und entwickelt werden.