Beiträge

Im letzten Jahr fand ein Schüleraustausch zwischen der Schule Talitha Kumi aus Beit Jala in Palästina und den beiden weiterführenden Schulen in Finkenwerder (Gymnasium und Stadtteilschule) statt.

Zu der reichhaltigen interkulturellen Erfahrung des Austausches fand eine mehrmonatige Projektarbeit zum Thema bridge over troubled water statt. Die SchülerInnen aus beiden Ländern engagierten sich bei der Erarbeitung dieses vielschichtigen Themas. Unter anderem nahmen sie auch an 3 Colored Glasses Workshops teil, in denen das Thema Kultur und kulturelle Unterschiede besprochen wurde, sowie das Thema Stereotype/ Vorurteile.

Wir sind sehr froh darüber an einem so tollen Projekt beteiligt gewesen zu sein. Mehr Informationen zum Austausch findet ihr hier. ( http://www.gymfi.de/wp/2018/11/verfestigung-der-bruecken-das-geschichtsprofil-in-palaestina/ )

 

Unser Dreamteam! Jerker, Milen und Sara

Und auch auf Schulungen: zwischendurch immer wieder ein Energizer!

Ein Wochenende, um sich mit Toleranz, Demokratie und Vorurteilen auseinander zu setzen und Methoden zu lernen, um als Toleranzbotschafter*in Workshops geben zu können – das gab es bei Colored Glasses im September in Heilbad-Heiligenstadt. Das Ganze wurde organisiert von Sara Klingebiel, die zusammen mit Jerker die Schulung leiten und durchführen wird.

Ein Rückblick:

Am Freitagnachmittag den 14. September trudeln wir alle zu unterschiedlichen Zeiten in Sara’s Elternhaus ein, dass uns netterweise zur Verfügung gestellt wird. Der Plan ist es, uns beim Tee und Kaffee trinken und gemeinsamen Pizza essen am Abend besser kennenzulernen. Nach einem lustigen Zusammensein und spannenden Unterhaltungen auf sowohl deutsch und englisch, denn Michaela ist extra für die Schulung aus Italien angereist, werden wir auf verschiedene Gastfamilien in und um Heilbad-Heiligenstadt verteilt. Dort sind wir das Wochenende über Nacht untergebracht.

Am nächsten morgen geht es früh los, denn wir haben viel vor. Zuerst wird allerdings ausgiebig auf thüringerische Art und Weise gefrühstückt – mit Mett und Schmand. Danach sollen wir uns zunächst selbst in die Rolle eines Schülers versetzen und simulieren mit sehr viel Spaß ein Spiel. Nach einer gemeinsamen Reflektion, sprechen wir darüber was einen guten Teamer ausmacht und nach welchem Schema sowie mit welchen Tricks man das Thema Toleranz näher an die Teilnehmer der Workshops bringen kann. Nach dem Mittagessen dürfen wir in zweier Gruppen unseren ersten eigenen Workshop planen. Die Ergebnisse sollen am nächsten Tag zusammengetragen werden. Den Abend lassen wir mit einem Spaziergang durch Heilbad-Heiligenstadt ausklingen, mit einer persönlichen Führung von Sara.

Sonntag beginnt mit der Vorstellung der Ergebnisse des Vortages. In zwei Gruppen aufgeteilt, simulieren wir die von uns geplanten Workshops und kriegen so einen kleinen Eindruck, wie es sich anfühlt, selbst vor einer Klasse zu stehen. Anschließend werden die Workshops zusammen reflektiert und Verbesserungsmöglichkeiten gesucht. Alles in allem sind wir sehr zufrieden mit dem Ergebnis und freuen uns nun auf unseren ersten „richtigen“ Workshop. Was wir alle mitgenommen haben ist, dass es nicht darum geht, die Meinung jedes einzelnen verändern zu müssen, sondern es schon ein Erfolg ist, wenn wir auch nur eine Person zum Nachdenken angeregt haben. Viel zu schnell ist das Wochenende vorbei und die Wege trennen sich vorübergehend am Bahnhof Heilbad-Heiligenstadt.

Es ist Freitag und gemeinsam machen wir uns auf nach Ershausen in Thüringen, um einen Workshop in der 7. Klasse zum Thema Stereotype/Vorurteile durchzuführen. Wir spielen das Spiel „Labels“, bei dem Schüler*innen eine Eigenschaften zugewiesen bekommen und nur danach behandelt werden, ohne zu wissen, um welche Eigenschaft es sich dabei handelt. Schnell wird klar, dass das eine sehr unangenehme Situation ist. „Ich fand es komisch eine ganz andere Rolle als sonst zu haben. Ich wurde gar nicht ernst genommen.“ Für Marie bedeutet das nach dem Workshop, dass sie nun erst mal Menschen kennen lernen möchte, bevor sie sie in eine Schublade packt. „Ich möchte ja auch nicht so behandelt werden.“ Auch nach der Stunde im Gespräch mit den zwei engagierten und netten Lehrer*innen wird deutlich, wie wichtig es ist sich mit dem Thema Stereotype und Vorurteile auseinander zu setzen. Auf Colored Glasses aufmerksam geworden sind die beiden über eine Kollegin aus einer benachbarten Schule, die ebenfalls bereits Colored Glasses bei sich an der Schule hatte. Nach einem so erfolgreichen Workshop machen wir uns hoch motiviert weiter und hoffen, dass unsere Teilnehmenden noch lange an den Workshop zurück denken werden.

Sara und Mareike

You’ve always wondered what happens between the Colored Glasses trainings and workshops? What are the people actually doing in the office? Then this is the right article for you, because I would like to invite you with me to visit the Colored Glasses office in Hamburg!
To-Do list first! We discuss what tasks are at stake and who can take over what. We? That is Sara (full-time staff), Jerker (European Volunteer from Sweden), Milen (Colored Glasses volunteer in Hamburg) and myself, Carolin (Colored Glasses volunteer). After a few minutes, the to-do lists are set, tasks are distributed and we are all sitting in front of our computers. My task today: write a report for the newsletter, write this blog post, proof-read a new CG module, search for different contacts of possible supporters of the Colored Glasses Project and sort photos of the past trainings. After a while of working our next point was to head out for lunch nearby of the office. Then again a brief „check-in“ and on it goes. It is important now how we organize the prove reading, as Jerker, Milen and I should read the module and then give a collected feedback. In the end everything is solved with a shared document.

Creating concepts – a large part of which does not take place in the workshops themselves and also not directly on the training courses. For us it is important that concepts do not reflect a single person’s opinion, but rather summarize the ideas of ​​many people. That is why a concept is being proof read by people who are not in the creating group at all. Because this ensures that even people who have not been dealing with the topic for weeks understand it. In addition, we sort out all the little mistakes, so that at the end of a correct concept arises.

While working so hard of course you should not forget to drink a glass of water or a cup of coffee to stay hydrated. To conclude, we will briefly discuss what has remained unanswered, what we pass on and the day is already over. For me it was the first time that I just visited the office for a day and I got a good inside view. It was a lot of fun to visit the office and I am sure I will come back soon.

Carolin

Anmerkung der Redaktion: Dieser Beitrag wurde auch mit für unseren europäischen CG-Grow Newsletter verfasst und ist daher auf Englisch 😉

Mein Name ist Lina und ich mache gerade ein Praktikum bei YFU Deutschland.
Heute Vormittag war ich mit zwei Freiwilligen in einer 7. Klasse, wo wir einen Colored Glasses Workshop durchgeführt haben. Für mich war es der erste Workshop, deshalb wusste ich nicht ganz, was wir machen würden und wie das ganze ablaufen würde. Die Klasse war am Anfang sehr chaotisch und laut, aber nach einer kurzen Zeit, als sie verstanden, worüber wir sprechen würden, sind sie sehr ruhig geworden und haben sich gut an der Diskussion über Flucht und Vorurteile beteiligt.
Ich denke, dass die Klasse heute ein Stückchen mehr zusammen gewachsen ist. Sie wurde erst zu diesem Schuljahr neu zusammen gemischt. Die Leute kannten sich also noch gar nicht so gut. Viele haben aber eigene Erfahrungen geteilt, die dann auch in der ganzen Gruppe diskutiert wurden. Dadurch hat sich die Gruppe besser zusammen gefunden. Außerdem haben die Schüler sich mit so wichtigen Themen wir Flucht und Vorurteile auseinandergesetzt und sich damit sensibilisiert.
Ich fand es sehr interessant, zuzugucken, wie ein Workshop abläuft und bin mir sehr sicher, dass ich im nächsten Colored Glasses Seminar teilnehmen werde, um auch Workshops geben zu können und die Welt dadurch ein Stückchen mehr toleranter zu machen.