2025 war für Colored Glasses ein Jahr voller Bewegung und Wachstum. Mit 55 Workshops und über 1.000 erreichten jungen Menschen konnten wir erneut einen wichtigen Beitrag für mehr Vielfalt, Toleranz und demokratisches Miteinander leisten.
Ein besonderer Meilenstein war die Einführung unseres neuen Workshopkonzepts 8.0. Es macht unsere Bildungsarbeit noch flexibler und stärkt unsere Ehrenamtlichen bei der Durchführung der Workshops. Gleichzeitig konnten wir 49 neue Freiwillige für Colored Glasses gewinnen und gemeinsam fast 3.800 Stunden ehrenamtliches Engagement leisten.
Besonders gefreut hat uns die Auszeichnung mit dem PHINEO Wirkt-Siegel. Sie bestätigt die nachhaltige Wirkung unserer Arbeit und motiviert uns, unser Angebot kontinuierlich weiterzuentwickeln.
Der Blick richtet sich nun nach vorn: 2026 feiert Colored Glasses sein 25-jähriges Jubiläum – und schon jetzt zeigt sich, dass das Jahr mit Erfolg verläuft. Bereits im ersten halben Jahr konnten 54 Workshops durchgeführt werden und damit nahezu so viele wie im gesamten Vorjahr.
Ein herzliches Dankeschön an alle Ehrenamtlichen, Unterstützer*innen, Schulen und Fördernden, die diesen Erfolg möglich gemacht haben!
https://mlthlrn2jwml.i.optimole.com/w:1920/h:1080/q:mauto/ig:avif/https://coloredglasses.de/wp-content/uploads/2026/06/Jahresbericht-4.jpg10801920Leni Ditzhttps://coloredglasses.de/wp-content/uploads/2020/05/CG_Logo_landscape_cmyk.pngLeni Ditz2026-06-29 14:25:142026-06-29 14:25:17Colored Glasses blickt auf ein erfolgreiches 2025 zurück
Nicole kommt ohne einen festen Plan zu Colored Glasses. Der Impuls kommt von außen: Eine Freundin, die mit YFU im Austausch war, lädt sie ein, mitzumachen. „Ich wäre selbst tatsächlich gar nicht drauf gekommen“, sagt sie. Zu diesem Zeitpunkt studiert Nicole Lehramt und setzt sich dabei mit eher klassischen Ansätzen von Bildung auseinander. Colored Glasses bedeutet für sie, sich auf etwas Neues einzulassen – offen und neugierig, aber ohne große Erwartungen.
Schon die Schulung erlebt sie sehr positiv: „Es war richtig schön, nahbar und wirklich sehr interaktiv.“ Besonders prägend ist für sie die Vielfalt der Gruppe. Menschen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen kommen zusammen und teilen dennoch eine gemeinsame Haltung, getragen von dem Wunsch, etwas zu bewegen. Dieses gemeinsame Anliegen schafft schnell Vertrauen und Verbindung.
Gleichzeitig merkt Nicole, dass sie beginnt, eigene Bilder zu hinterfragen. „Ich hatte am Anfang die Befürchtung, dass ich jüngere Menschen vielleicht nicht so ernst nehmen würde“, sagt sie offen. Doch die Erfahrung widerlegt diese Annahme schnell: „Dann war diese Vorstellung weg, dass man von jüngeren Leuten nichts lernen kann.“ Was bleibt, ist vor allem ein Eindruck von Wertschätzung und gegenseitigem Lernen, völlig unabhängig von Alter oder Erfahrung.
In den Workshops wird Wirkung für Nicole konkret. Sie erlebt mal stille Klassen, mal herausfordernde Dynamiken – aber vor allem intensive Lernmomente. In einem Rollenspiel zu Menschenrechten wird Veränderung greifbar: Schüler*innen erleben, wie es sich anfühlt, wenn ihnen plötzlich Möglichkeiten oder Besitz entzogen werden. „Das war so ein Klick-Moment“, beschreibt Nicole die Situation. Für sie wird klar: Hier geht es nicht um abstraktes Wissen, sondern um Erfahrung. Schüler*innen reflektieren ihr eigenes Verhalten, erkennen Ungerechtigkeit und empfinden sie nach. „Da passiert ganz, ganz viel in den Köpfen von den Kindern“, sagt Nicole. Genau darin liegt für sie die besondere Stärke der Workshops.
Mit diesen Erfahrungen verändert sich auch Nicoles Blick auf Schule. Fachlichkeit bleibt wichtig, rückt aber in den Hintergrund. „Ich möchte Persönlichkeitsentwicklung stärker machen als reine Leistung“, sagt sie. Entscheidend ist für sie, wie gelernt wird. „Das Einzige, was wirklich wirkt ist, wenn man respektvoll und auf Augenhöhe miteinander umgeht.“ Lernen wird für sie zu einem Raum, in dem sich junge Menschen öffnen, ausprobieren und entwickeln können.
„Das wichtigste Mittel, das wir haben, ist Bildung.“
Heute trägt Nicole diese Perspektive in ihr Umfeld und in ihr Selbstverständnis als zukünftige Lehrerin. Bei Colored Glasses engagiert sie sich weiterhin. Gerade angesichts gesellschaftlicher Unsicherheiten geben ihr die Workshops Hoffnung. Sie erlebt immer wieder, dass junge Menschen sensibel für Ungerechtigkeit sind – und bereit, sich damit auseinanderzusetzen. „Man sieht, dass die Hoffnung nicht verloren ist“, sagt sie.
Ihr Wunsch für die Zukunft von Colored Glasses ist klar: weitermachen. Räume schaffen, in denen Perspektivwechsel möglich werden und junge Menschen sich selbst und andere besser verstehen können.
https://mlthlrn2jwml.i.optimole.com/w:960/h:639/q:mauto/ig:avif/https://coloredglasses.de/wp-content/uploads/2018/07/Workshop.jpg639960Leni Ditzhttps://coloredglasses.de/wp-content/uploads/2020/05/CG_Logo_landscape_cmyk.pngLeni Ditz2026-05-16 19:09:592026-05-16 19:10:37Ein Ehrenamt, das wirkt: Nicoles Engagement
Am 17. März fand in Brüssel ein besonderer Colored-Glasses-Workshop statt. Teilgenommen haben Schüler*innen und Schülervertretungen deutscher Schulen aus Brüssel, Den Haag und Paris – alle deutschsprachig, aber mit ganz unterschiedlichen internationalen Erfahrungen. Die Gruppe war altersmäßig breit gemischt, von der sechsten bis zur zwölften Klasse.
Das Thema Diskriminierung stand im Mittelpunkt, doch schnell zeigte sich, dass die Teilnehmenden bereits viele eigene Erfahrungen und ein gutes Verständnis des Themas mitbrachten. Statt klassischer Grundlagenarbeit wurde der Workshop daher spontan angepasst. Die Schüler wurden weniger als klassische Teilnehmende, sondern vielmehr als Multiplikatoren gesehen. Im Fokus standen Fragen wie: Was kann ich tun, wenn ich selbst oder andere Diskriminierung erleben? Welche Handlungsmöglichkeiten habe ich als Schülervertretung? An wen kann ich mich wenden?
Diese Dynamik stellte auch die beiden Teamerinnen Klara und Martha vor Herausforderungen. Ursprünglich hatten sie den Workshop auf einem eher grundlegenden Niveau geplant. Doch während der Durchführung wurde schnell klar, dass sie umdenken mussten:
Wir fanden es beeindruckend, wie gut die Gruppe mitgemacht hat und wie viel wir innerhalb dieser paar Stunden machen konnten. Gleichzeitig war es pädagogisch, wie auch methodisch herausfordernd. Weil wir vorher nicht wussten, dass die Schüler so fit sind, haben wir dementsprechend eher auf einem einfachen Niveau geplant. Daher mussten wir während des Workshops einiges umbauen, sodass der Inhalt auch zur Zielgruppe passt. Das war zwar herausfordernd, aber ich würde sagen, wir haben es auf jeden Fall gemeistert. Die Lehrkräfte waren mehr als zufrieden.
Trotz der zeitlichen Begrenzung hatten beide Teamerinnen das Gefühl, mehr erreicht zu haben als ursprünglich geplant. Gleichzeitig wurde deutlich, wie viel Potenzial noch in einem mehrtägigen Format gesteckt hätte. „Ich habe bei diesem Workshop gemerkt, wie stark mehrtägige Programme sein können.“ sagt Klara. Der Wunsch nach mehr Zeit war groß – besonders, weil die Gruppe so ambitioniert war und die Lehrkräfte die Schüler engagiert und auf Augenhöhe begleiteten.
Dass der Workshop langfristig etwas bewegen kann, davon sind beide überzeugt. Durch den offenen Austausch und die intensive Auseinandersetzung mit dem Thema wurden Impulse gesetzt, die weit über den Workshop hinaus wirken können. „Ich hoffe natürlich sehr, dass wir bei den Schülern einen Eindruck hinterlassen haben, sodass sie den Inhalt des Workshops vielleicht mit in ihr Leben nehmen können,” wünscht sich Klara. “Nicht nur für die Schulzeit, sondern auch weiterführend. Sodass noch etwas vom Workshop in Köpfen der Schüler stecken bleibt, was sie dann beispielsweise auch in Führungspositionen für sich, aber auch für ihre Mitmenschen nutzen können.“
Für Klara steht nach diesem Workshop vor allem eines fest:
Ich finde Colored Glasses ein super cooles Programm mit sehr vielen Möglichkeiten für Entwicklung und Impulse und ich wünschte, dass jede Person irgendwann einmal an einem Colored-Glasses-Workshop teilnehmen könnte.
https://mlthlrn2jwml.i.optimole.com/w:600/h:301/q:mauto/ig:avif/https://coloredglasses.de/wp-content/uploads/2026/04/CG-Workshop.jpeg301600Leni Ditzhttps://coloredglasses.de/wp-content/uploads/2020/05/CG_Logo_landscape_cmyk.pngLeni Ditz2026-04-28 17:23:572026-04-28 17:24:00Colored Glasses bringt neue Perspektiven nach Brüssel
Die einfachste Antwort darauf ist “durch die Colored Glasses Schulung!” – Aber was ist das eigentlich? Und was lernen die Teamer*innen vor ihrem ersten Workshop?
All diese Fragen wurden letztes Wochenende für sieben motivierte Menschen beantwortet.
Vom 27.02.2026 bis 01.03.2026 fand wieder eine der regelmäßigen CG-Schulungen statt – dieses Mal in Leipzig. Insgesamt sieben Teilnehmende kamen zusammen, um sich zu neuen Teamer*innen (Workshop-Moderator*innen) ausbilden zu lassen. Die Schulungen finden etwa jedes Vierteljahr statt und bilden die Grundlage dafür, dass auch weiterhin bundesweit Workshops an Schulen angeboten werden können.
Stärkung des Wir-Gefühls
Nach einer teils holprigen Anreise startete die Gruppe am Freitagabend gemeinsam in die Schulung. Nach dem Abendessen standen zunächst das Vorstellen und Kennenlernen sowie die Besprechung der gemeinsamen Regeln auf dem Programm. Anschließend gab es eine Einführung in Colored Glasses und die Verbindung zu Youth For Understanding (YFU).
Nach der Einführung wurde der Abend erst mit einer Brausepause, dann einem langen Spieleabend ausklingen gelassen. Der Abend sorgte für neue Bekanntschaften und dafür, dass sich alle schnell wohlfühlten.
Selbst erleben was einen Workshop ausmacht
Der Samstag startete früh mit einem gemeinsamen Frühstück, bevor es inhaltlich intensiv wurde. In einer Simulation wurden Menschenrechtsverletzungen erfahrbar gemacht – eine Methode, die auch in Schulworkshops eingesetzt wird. Das anschließende Debriefing bot Raum, Gefühle und Gedanken zu reflektieren. So konnten die Teilnehmenden nachempfinden, wie sich Schüler*innen in solchen Workshop-Situationen fühlen und wie wichtig eine sensible Moderation ist.
Ein weiterer Schwerpunkt lag darauf, wie ein Debriefing angeleitet wird: Welche Fragen regen zum Nachdenken an? Wie können Schüler*innen ermutigt werden, ihre Gedanken zu teilen? Wie gelingt es, Diskussionen erfolgreich zu begleiten?
Nach dem Mittagessen, frischer Luft und einer Runde Tischtennis ging es weiter mit dem Workshop-Konzept. In Gruppen wurden eigene (hypothetische) Workshops geplant und einzelne Teile direkt ausprobiert. Erste Moderationserfahrungen wurden gesammelt – inklusive Feedback natürlich auch.
Der Tag ging erneut mit Spielen, Sudoku und vielen guten Gesprächen zu Ende.
Theorie und Organisation vor einem Workshop
Am Sonntag machten sich die zukünftigen Teamer*innen mit der Theorie hinter den drei großen Workshop-Themen vertraut:
Menschenrechte & soziale Verantwortung
Identität & Kultur
Stereotype, Vorurteile & Diskriminierung
Außerdem ging es darum, wie ein Workshop organisatorisch zustande kommt – von der Anfrage bis zur Durchführung und alles Administrative drum herum.
Nach drei intensiven Tagen voller Austausch und Reflexion ging das Wochenende am Sonntag zu Ende. Mit vielen neuen Eindrücken, großartigen Begegnungen und einer großen Portion Motivation ging es am Sonntag zurück in die Züge und ab nach Hause.
“Die Colored Glasses Schulung in Leipzig hat mir viele wichtige Impulse sowie Methoden vermittelt, um einen Workshop leiten zu können,” sagt Rebekka, die nun neue Teamerin der Region Nord ist. “Sich zusammen mit Themen wie Diskriminierung und Rassismus auseinanderzusetzen, hat mich bestärkt, dass unser Engagement in Form der Workshops Kinder und Jugendliche bewegen kann und wir einen Teil dazu beitragen können, dass diese Welt ein Stück schöner wird.”
Die Schulung zeigt: Teamer*in wird man nicht einfach über Nacht – sondern durch gemeinsames Lernen, Ausprobieren und Reflektieren. Hinter jedem Workshop stehen engagierte junge Menschen, die sich intensiv mit relevanten Themen auseinandergesetzt haben und gelernt haben, Diskussionen erfolgreich zu begleiten und zum Weiterdenken anzuregen. Genau das macht Colored Glasses aus – und ist die Grundlage dafür, dass Workshops nicht nur Wissen vermitteln, sondern wirklich etwas bewegen können.
https://mlthlrn2jwml.i.optimole.com/w:1200/h:691/q:mauto/ig:avif/https://coloredglasses.de/wp-content/uploads/2026/03/WhatsApp-Image-2026-03-01-at-15.29.10-2.jpeg6911200Leni Ditzhttps://coloredglasses.de/wp-content/uploads/2020/05/CG_Logo_landscape_cmyk.pngLeni Ditz2026-03-03 14:43:262026-03-04 00:01:59Bevor wir Workshops geben – wie wird man Teamer*in?
Am 28. Januar 2026 nahmen 11 Colored-Glasses-Freiwillige an einem intensiven und erkenntnisreichen Online-Workshop mit der Diversitätstrainerin Dr. Lima Sayed teil. Im Mittelpunkt standen Antidiskriminierungsarbeit, Rassismus und die Frage, wie Lernprozesse gelingen können, wenn Themen emotional herausfordernd sind. Der Workshop bot den Teilnehmenden nicht nur theoretische Einordnungen, sondern auch hilfreiche Denkmodelle für den praktischen Umgang mit schwierigen Gesprächen.
Zu Beginn führte Lima Sayed das Bild der Lernzone ein. Lernen geschieht oft dort, wo wir mit ungewohnten Gedanken oder Perspektiven konfrontiert werden und ein gewisses Maß an Unbehagen entsteht. Dieses Unbehagen muss jedoch nicht negativ sein: Zwischen Komfort und Überforderung liegt ein Übungsraum, in dem Entwicklung möglich wird.
Wird dieser Raum verlassen und starke emotionale Reaktionen übernehmen, spricht man von einer Panikzone, in der das Lernen kaum noch möglich ist. Gerade bei sensiblen Themen wie Rassismus ist es daher wichtig, diese inneren Zustände wahrzunehmen und einzuordnen.
Inhaltlich beschäftigte sich der Workshop mit einem vielschichtigen Verständnis von Rassismus. Es wurde deutlich, dass Rassismus nicht nur in offenen Beleidigungen oder bewusster Ausgrenzung sichtbar wird, sondern auf unterschiedlichen Ebenen wirkt.
Darüber hinaus ging es um die Frage, warum Gespräche über Rassismus oft schwerfallen. Gefühle wie Scham, Angst vor Fehlern oder Sprachlosigkeit spielen dabei eine große Rolle. Das haben auch schon viele CG-Freiwillige in ihren eigenen Workshops erlebt.
Der Workshop mit Dr. Lima Sayed bot den Colored-Glasses-Freiwilligen einen offenen Raum, um sich mit Rassismus und Antidiskriminierung auseinanderzusetzen und Perspektiven zu sammeln, wie sie in ihren eigenen Workshops mit kniffligen Gesprächen umgehen können. Es machte deutlich, dass Lernen die Bereitschaft braucht, sich mit sensiblen Themen auseinanderzusetzen und möglicherweise auch Unbehagen auszuhalten. Genau darin liegt die Grundlage für nachhaltiges Lernen und Bilden.
Zum Abschluss möchten wir Lima herzlich danken. Der Workshop war sehr bereichernd und hat viele wichtige Impulse gesetzt. Besonders schön war, dass sie sich auch im Nachhinein viel Zeit genommen hat, um Fragen – vor allem im Bezug auf Colored Glasses – zu beantworten.
„Der Community Call war super interessant und ich freue mich, die neuen Impulse zu Rassismus und Vorurteile mit in den nächsten Colored Glasses Workshop zu nehmen. Lima hat eine tolle Atmosphäre zum gemeinsamen Lernen geschaffen!“, sagt Carina Neubauer (Koordinatorin der Region West). Die Teilnehmenden konnten viele neue Gedanken und Anregungen mitnehmen, um sie in die kommenden Workshops einfließen zu lassen.
Noch nicht genug gehabt?
5 Literatur-Tipps zum Weiterdenken:
Weiße Helden im Film. Der »White Savior Complex« – Lima Sayed
Wozu Rassismus – Aladin El-Mafaalani
Think Again – Adam Grant
Wie wir uns Rassismus beibringen – Gilda Sahebi
Weiße Fragilität – Robin DiAngelo
https://mlthlrn2jwml.i.optimole.com/w:1920/h:871/q:mauto/ig:avif/https://coloredglasses.de/wp-content/uploads/2026/02/andrew-moca-r3Nl1mIKqbI-unsplash-scaled.jpg11622560Leni Ditzhttps://coloredglasses.de/wp-content/uploads/2020/05/CG_Logo_landscape_cmyk.pngLeni Ditz2026-02-11 18:29:052026-02-28 22:00:39Lernen zwischen Reflexion und Offenheit: Workshop mit Dr. Lima Sayed
Wir suchen zum 1. September 2024 oder später bis zum 31. August 2025 eine*n FSJler*in im Bildungsprogramm Colored Glasses. Die Position ist in der Abteilung Kooperation & Entwicklung angesiedelt. FSJ-Träger sind die internationalen Jugendgemeinschaftsdienste (ijgd) Hamburg.
Mit Colored Glasses begeistern junge Ehrenamtliche Kinder & Jugendliche durch Toleranzworkshops für gesellschaftliche Vielfalt. Die Ehrenamtlichen werden in einer Wochenendschulung ausgebildet. Sie planen und geben die Workshops selbstständig in Zweierteams.
Hier kommst DU ins Spiel! In deinem FSJ lernst du alles, um selbst Workshops zu Vielfalt & Diskriminierung zu halten, mit Jugendlichen auf Augenhöhe zu diskutieren und so unser ehrenamtliches Team zu verstärken. Du reist ca. 2x im Monat mit dem Zug zu Schulen in ganz Deutschland (ggf. mit Übernachtung) und führst zusammen mit den Ehrenamtlichen unsere Workshops durch. Außerdem unterstützt du uns bei Aufgaben im Büro, kannst dich im Marketing einbringen und andere Bereiche des internationalen Jugendaustausches von YFU kennenlernen.
Das bringst du mit:
Du bist zwischen 18 und 26 Jahren alt und hast deine Vollzeitschulpflicht erfüllt.
Du hast Lust, mehr über das Thema Vielfalt & Toleranz zu lernen, deine Moderationsfähigkeiten auszubauen und mit Kindern & Jugendlichen ins Gespräch zu kommen.
Du bringst grundlegende Kenntnisse in Word, Excel und PowerPoint mit und bist bereit, das Colored Glasses Team bei organisatorischen Aufgaben im Büro zu unterstützen.
Du verfügst über sehr gute Deutschkenntnisse.
Du bist bereit, regelmäßig selbstständig zu Workshopeinsätzen in ganz Deutschland zu reisen und ggf. vor Ort zu übernachten.
Du bist flexibel, gelegentlich nach Absprache auch abends oder am Wochenende im Einsatz zu sein.
Du bist zuverlässig, kommunikativ und hast Lust, deine eigenen Ideen einzubringen.
Zu Arbeitsbeginn ist die Vorlage eines erweiterten Führungszeugnisses (eFZ), das nicht älter als drei Monate ist, Pflicht.
Das bieten wir dir:
Eine sinnstiftende Aufgabe mit Wirkung
Eine partizipative und offene Arbeitsatmosphäre in einem engagierten Team
Einen Arbeitsplatz in einem schönen Büro in zentraler Lage in Hamburg
Weiterbildungsmöglichkeiten innerhalb und außerhalb der Organisation
Ein FSJ-übliches Taschen- und Verpflegungsgeld in Höhe von etwa 450 Euro
Übernahme des HVV-Deutschlandtickets
Übernahme einer BahnCard 50 2. Klasse
30 Tage Urlaub im Jahr
25 Seminartage mit FSJler*innen aus politik- und demokratienahen Einsatzstellen durch den ijgd
Weitere Informationen zu den Konditionen des FSJ findest du hier: www.FSJpolitikhamburg.de. Mehr Informationen zu Colored Glasses gibt es hier: www.coloredglasses.de und auf Instagram @coloredglasses_yfu.
Die Welt ist bunt, unsere Gesellschaft auch. Wir freuen uns über Bewerbungen aller Interessierten, unabhängig von ihrer Herkunft, Hautfarbe, Religionszugehörigkeit, sexuellen Identität oder Behinderungen.
Bitte sende deine Bewerbung als zusammenhängende PDF-Datei mit dem Betreff „Bewerbung FSJ Colored Glasses“ an Nina Siemer (siemer@yfu.de).
Datenschutzhinweis: Die Datenverarbeitung personenbezogener Daten im Rahmen des Bewerbungsverfahrens geschieht ausschließlich zweckgebunden und im Einklang mit der Datenschutzgrundverordnung.
https://mlthlrn2jwml.i.optimole.com/w:992/h:567/q:mauto/ig:avif/https://coloredglasses.de/wp-content/uploads/2023/07/CG_Mainlogo-2015_-cmyk-01-1.jpeg567992Nina Simerhttps://coloredglasses.de/wp-content/uploads/2020/05/CG_Logo_landscape_cmyk.pngNina Simer2024-03-14 12:45:382024-07-15 16:14:56Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) Politik & Demokratie bei Colored Glasses (m/w/d)
Das Thema Antiziganismus hat in der öffentlichen Debatte häufig keinen besonders großen Stellenwert – auch, wenn immer wieder Vorfälle von Diskriminierung gegenüber Sinti*ze und Rom*nja bekannt werden. Ein solches Beispiel stellt eine Ausgabe der Sendung „Die letzte Instanz“ des WDR dar, die für viele Schlagzeilen gesorgt hat. Sie wurde 2021 ausgestrahlt und ihr Inhalt hat nicht nur in den Communities der Sinti*ze und Rom*njafür Empörung gesorgt.
Schnell merkten wir, dass die meisten von uns Teilnehmenden bisher sehr wenig Berührungspunkte mit dem Thema Antiziganismus hatten. Dementsprechend haben wir den Workshop mit einigen Grundlagen begonnen. Dabei ging es zunächst darum, mehr darüber zu erfahren, wie Antiziganismus überhaupt definiert werden kann. Wir haben gelernt, dass die Auseinandersetzung mit einer solchen einheitlichen Definition von Antiziganismus, wie man ihn heute versteht, noch gar nicht so alt ist. Die Allianz gegen Antiziganismus hat 2017 eine Arbeitsdefinition vorgeschlagen. In dieser wird Antiziganismus als Rassismus gegenüber Menschen, die als Zigeuner[1] wahrgenommen werden, definiert. Diese Personen werden
in einer homogenisierenden und essentialistischen Weise wahrgenommen und dargestellt,
mit spezifischen Eigenschaften charakterisiert,
und so durch soziale Strukturen und gewaltförmige Praxen diskriminiert.
Selbst- und Fremdbezeichnung
Man muss sich in diesem Kontext immer bewusst sein, dass das Z-Wort eine Fremdbezeichnung ist, die in der Regel nicht von den Betroffenen selbst genutzt wird. In Deutschland hat sich die Selbstbezeichnung „Sinti*ze und Rom*nja“ durchgesetzt. Nichtsdestotrotz gibt es eine Vielzahl an weiteren Selbstbezeichnungen der verschiedenen Gruppen. Wie auch in anderen Bereichen ist es vor allem wichtig, mit anstatt über andere Menschen zu sprechen. Aus diesem Grund haben wir uns besonders darüber gefreut, dass wir mit der Vertreterin der Beratungsstelle für Sinti und Roma Niedersachsen ins Gespräch kommen konnten. Sie konnte uns interessante Einblicke aus ihrer eigenen Perspektive geben und hat uns viele unserer Fragen beantwortet. Ihre Teilnahme am Workshop war für uns sehr bereichernd.
Was machen wir mit dem Gelernten?
Der Workshop war eine tolle Gelegenheit, unseren Horizont zu erweitern. Leider musste die Veranstaltung wie noch so vieles momentan online stattfinden. Trotzdem war es sehr schön, zusammenzukommen und sich mit einem so wichtigen Thema auseinanderzusetzen. Nach dem Workshop haben wir noch eine Weile darüber gesprochen, wie wir das Gelernte nicht nur für uns selber nutzen, sondern auch an andere weitergeben können. Hier ist die Idee entstanden, vielleicht in Zukunft einen ähnlichen Workshop zu organisieren, damit noch mehr Personen daran teilnehmen können.
[1] Mit der durchgestrichenen Schreibweise des Z-Wortes soll verdeutlicht werden, dass es sich hierbei um eine abwertende Fremdbezeichnung handelt.
Autorin: Mara Rehfinger
https://mlthlrn2jwml.i.optimole.com/w:1096/h:746/q:mauto/ig:avif/https://coloredglasses.de/wp-content/uploads/2022/02/Bildschirmfoto-2022-02-11-um-21.26.43.png7461096Colored Glasseshttps://coloredglasses.de/wp-content/uploads/2020/05/CG_Logo_landscape_cmyk.pngColored Glasses2022-02-19 08:00:002022-07-12 19:47:40Antiziganismus – eine kaum beachtete Form von Rassismus
Im Netzwerk von Colored Glasses schlummern unglaubliche Erfahrungsschätze für die interkulturellen Jugendarbeit. Aus diesem Grund haben wir uns dazu entschlossen im Rahmen das BUILDING BRIDGES – DEMOKRATIE STÄRKEN in Eichsfeld zwei Interkulturelle Trainings für Lehrkräfte, Pädagogen und Schulsozialarbeiter*innen anzubieten.
Am 02. September war es dann endlich soweit und das zweite Interkulturelle Training wurde in Heiligenstadt in der Ko-ra-le e.V. angeboten. Unter der Überschrift „Vielfalt in der Schulsozialarbeit und in Kitas – Interkulturelles Training für Pädagoginnen und Pädagogen“ wurde ein zwei-stündiger Workshop für 7 interessierte Pädagog*innen angeboten.
Ziele des Workshops waren sich zunächst kritisch mit dem Begriff der Vielfalt und Diversity auseinander zu setzen und anschließend Strategien im Umgang heterogenen Gruppen zu entwickeln. Mithilfe von interaktiven Übungen wurden kulturelle Differenzen überwunden und für kulturelle Stereotype und Vorurteile sensibilisiert.
Ergebnis: „Vielfalt ist noch vielfältiger als ich dachte.“
Falls ebenfalls Interesse an einem Interkulturellen Training an Ihrer Schule für Ihr Kollegium besteht, schreiben sie uns gerne eine Mail unter coloredglasses@yfu.de .
Das Projekt „Building Bridges. Demokratie stärken“ wird gefördert durch:
https://mlthlrn2jwml.i.optimole.com/w:795/h:697/q:mauto/ig:avif/https://coloredglasses.de/wp-content/uploads/2019/09/image001.png697795Colored Glasseshttps://coloredglasses.de/wp-content/uploads/2020/05/CG_Logo_landscape_cmyk.pngColored Glasses2019-09-26 23:00:342019-09-22 19:25:15Interkulturelles Training für Schulsozialarbeiter*innen und Pädagogen
Im letzten Jahr fand ein Schüleraustausch zwischen der Schule Talitha Kumi aus Beit Jala in Palästina und den beiden weiterführenden Schulen in Finkenwerder (Gymnasium und Stadtteilschule) statt.
Zu der reichhaltigen interkulturellen Erfahrung des Austausches fand eine mehrmonatige Projektarbeit zum Thema bridge over troubled water statt. Die SchülerInnen aus beiden Ländern engagierten sich bei der Erarbeitung dieses vielschichtigen Themas. Unter anderem nahmen sie auch an 3 Colored Glasses Workshops teil, in denen das Thema Kultur und kulturelle Unterschiede besprochen wurde, sowie das Thema Stereotype/ Vorurteile.
Wir sind sehr froh darüber an einem so tollen Projekt beteiligt gewesen zu sein. Mehr Informationen zum Austausch findet ihr hier. ( http://www.gymfi.de/wp/2018/11/verfestigung-der-bruecken-das-geschichtsprofil-in-palaestina/ )
https://mlthlrn2jwml.i.optimole.com/w:1600/h:900/q:mauto/ig:avif/https://coloredglasses.de/wp-content/uploads/2019/03/IMG-20180619-WA0001.jpg9001600Colored Glasseshttps://coloredglasses.de/wp-content/uploads/2020/05/CG_Logo_landscape_cmyk.pngColored Glasses2019-03-10 13:43:092019-03-10 13:50:39Colored Glasses baut Brücken – Schüleraustausch zwischen Finkenwerder und Palästina
Und auch auf Schulungen: zwischendurch immer wieder ein Energizer!
Ein Wochenende, um sich mit Toleranz, Demokratie und Vorurteilen auseinander zu setzen und Methoden zu lernen, um als Toleranzbotschafter*in Workshops geben zu können – das gab es bei Colored Glasses im September in Heilbad-Heiligenstadt. Das Ganze wurde organisiert von Sara Klingebiel, die zusammen mit Jerker die Schulung leiten und durchführen wird.
Ein Rückblick:
Am Freitagnachmittag den 14. September trudeln wir alle zu unterschiedlichen Zeiten in Sara’s Elternhaus ein, dass uns netterweise zur Verfügung gestellt wird. Der Plan ist es, uns beim Tee und Kaffee trinken und gemeinsamen Pizza essen am Abend besser kennenzulernen. Nach einem lustigen Zusammensein und spannenden Unterhaltungen auf sowohl deutsch und englisch, denn Michaela ist extra für die Schulung aus Italien angereist, werden wir auf verschiedene Gastfamilien in und um Heilbad-Heiligenstadt verteilt. Dort sind wir das Wochenende über Nacht untergebracht.
Am nächsten morgen geht es früh los, denn wir haben viel vor. Zuerst wird allerdings ausgiebig auf thüringerische Art und Weise gefrühstückt – mit Mett und Schmand. Danach sollen wir uns zunächst selbst in die Rolle eines Schülers versetzen und simulieren mit sehr viel Spaß ein Spiel. Nach einer gemeinsamen Reflektion, sprechen wir darüber was einen guten Teamer ausmacht und nach welchem Schema sowie mit welchen Tricks man das Thema Toleranz näher an die Teilnehmer der Workshops bringen kann. Nach dem Mittagessen dürfen wir in zweier Gruppen unseren ersten eigenen Workshop planen. Die Ergebnisse sollen am nächsten Tag zusammengetragen werden. Den Abend lassen wir mit einem Spaziergang durch Heilbad-Heiligenstadt ausklingen, mit einer persönlichen Führung von Sara.
Sonntag beginnt mit der Vorstellung der Ergebnisse des Vortages. In zwei Gruppen aufgeteilt, simulieren wir die von uns geplanten Workshops und kriegen so einen kleinen Eindruck, wie es sich anfühlt, selbst vor einer Klasse zu stehen. Anschließend werden die Workshops zusammen reflektiert und Verbesserungsmöglichkeiten gesucht. Alles in allem sind wir sehr zufrieden mit dem Ergebnis und freuen uns nun auf unseren ersten „richtigen“ Workshop. Was wir alle mitgenommen haben ist, dass es nicht darum geht, die Meinung jedes einzelnen verändern zu müssen, sondern es schon ein Erfolg ist, wenn wir auch nur eine Person zum Nachdenken angeregt haben. Viel zu schnell ist das Wochenende vorbei und die Wege trennen sich vorübergehend am Bahnhof Heilbad-Heiligenstadt.
https://mlthlrn2jwml.i.optimole.com/w:1440/h:1080/q:mauto/ig:avif/https://coloredglasses.de/wp-content/uploads/2018/12/41912095_10160676393560198_3299847605722284032_o.jpg15362048Colored Glasseshttps://coloredglasses.de/wp-content/uploads/2020/05/CG_Logo_landscape_cmyk.pngColored Glasses2018-12-06 16:00:232018-12-02 17:09:01Toleranzbotschafter*innen – Schulung in Heiligenstadt
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